AStA Themenwoche informiert zur Wachstumsfrage

20.04.2012

Logo der AStA-Themenwoche
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Bild: AStA TUHH

Die Eröffnung der AStA-Themenwoche an der Technischen Universität Hamburg-Harburg steht bevor. Von Montag bis Freitag, 23. April bis 27. April, thematisiert die Interessenvertretung der Studierenden die Wachstumsfrage. Damit ermöglicht sie allen Studierenden, während des Semesters einen Blick über den ingenieurwissenschaftlichen Tellerrand hinaus zu werfen. "Der AStA freut sich sehr darüber, mit seinen Themenwochen über die Repräsentation der studentischen Interessen hinaus seiner Aufgabe der Förderung von politischer Bildung und staatsbürgerlichem Verantwortungsbewusstsein nachzukommen", sagt Joris Nettelstroth, AStA-Referent für Soziales und Nachhaltigkeit. "Dabei beinhaltet die Wachstumsdebatte einige der entscheidenden Fragen unserer Zeit. Zum Beispiel die Art und Weise wie Gesellschaft und Wirtschaft organisiert sein müssen, um sich über kurz oder lang nicht selbst zu zerstören", so Nettelstroth. Bereits jetzt gibt es an der TUHH verschiedene Initiativen wie die Blue-Engineer AG und den Arbeitskreis Nachhaltigkeit gibt, die sich mit den entsprechenden Fragen auseinandersetze. Inhalt der AG ist es, die Ingenieurausbildung an der TUHH zu einer ökologisch und sozial nachhaltigen Ingenieurausbildung weiterzuentwickeln. An vier Tagen werden Vorträge einzelner Referenten geboten, die dann am Ende der Woche zu einer gemeinsamen Podiumsdiskussion zusammenkommen. Es startet am Montag um 18 Uhr (Schwarzenbergstraße 95, Gebäude H, Raum 0.16) Wilfried Kurtzke mit einem Vortrag zum Thema "Qualitatives Wachstum für den ökologischen Umbau und ein gutes Leben". Kurtzke ist Referent für Makroökonomie in der Abteilung „Grundsatzfragen und Gesellschaftspolitik“ beim Vorstand der IG Metall in Frankfurt.

Dagmar Parusel
Dagmar Parusel
Foto: privat

Das Credo des diplomierten Betriebswirts und Ökonomen lautet: Ein ökologischer, durch Innovationen vorangetriebener Umbau der Industriegesellschaft wird zu Wachstumsprozessen und neuer Beschäftigung führen. Im Kern handelt es sich um einen Entwicklungspfad, bei dem wächst, was ökologisch, ökonomisch und sozial gewollt ist und schrumpft, was gesellschaftlich nicht gebraucht wird oder ökologisch schädlich ist. Ihm folgt Dienstag um 18 Uhr (Eißendorfer Straße 38, Gebäude O, Raum 0.18) die Biologin Dagmar Parusel von der EPEA Internationale Umweltforschung GmbH, Hamburg. Seit 2003 leitet und koordiniert sie die Projekte und Aktivitäten des Hamburger Umweltinstitut e.V. Parsuel ist gilt als Befürworterin der Produktionsweise "Von der Wiege zur Wiege (Cradle to Cradle"), die wie die Natur keinen Abfall, keinen Verzicht und keine Einschränkungen kennt. Über biologische und technische Nährstoffkreisläufe werden die richtigen Materialien zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort eingesetzt. Am Ende steht eine bessere Qualität. Ohne Umschweife verpackt sie im Untertitel des Vortrags ihr Anliegen, das da lautet: Wir müssen alle Produkte neu erfinden. Eine Herausforderung nicht nur für Ingenieure verspricht am Mittwoch um 18 Uhr der Fachvortrag von Adelheid Biesecker zu werden (Einßendorfer Straße 40, Gebäude N, Raum 0007) Sie ist nach 33 Jahren Lehreemeritierte Professorin für Wirtschaftswissenschaften an der Universität Bremen. Außerdem engagiert sie sich als Mitglied im Netzwerk „Vorsorgendes Wirtschaften“ sowie in der Vereinigung für Ökologische Ökonomie (VÖÖ) und sie gehört dem Wissenschaftlichen Beirat von attac Deutschland an. Ihr Thema zur AStA-Themenwoche lautet: "Jenseits des Wachstums - Vorsorgendes Wirtschaften". Wahres Wachstum, so Biesecker, existiere schon lange nicht mehr. Entscheidend dafür seien auch Maßlosigkeit und Gier der herrschenden Ökonomie mit ihrem Ziel der Geldvermehrung rein auf der Basis von Geld bei einer Entkopplung von der Realwirtschaft. Ludwig Schuster, Wissenschaftler und Referent für nachhaltige Entwicklung, fragt Donnerstag um 18 Uhr (Eißendorfer Straße 40, Gebäude N, Raum 0007) nach Wachstum ohne Zwang. Er richtet seinen Fokus vornehmlich auf die Rolle Geldes oder anders ausgedrückt: Warum wie keine Wahl haben. Seit 2010 beschäftigt sich Schuster in der Wissenschaftlichen Arbeitsgruppe Nachhaltiges Geld mit den monetären Ursachen des Wachstumszwangs und den möglichen Handlungs- und Gestaltungsansätzen, diesen zu überwinden. Zum Ende der Themenwochen lädt der AStA am Freitag, 27. April, um 17 Uhr zu einer Podiumsdiskussion in das Audimax I, Schwarzenbergstraße 95, ein. Teilnehmende Referenten sind neben Dagmar Parusel, Adelheid Biesecker und Ludwig Schuster auch Dipl. Volkswirt und Bezirksleiter des IG Metall-Bezirks Küste, Hamburg, Meinhard Geiken. Herzlich eingeladen zu allen Veranstaltungen der AStA-Themenwoche ist die interessierte Öffentlichkeit.


TUHH - Pressestelle

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