Fügetechnologie: Sergio Amancio ist Juniorprofessor an der TU Hamburg-Harburg

19.12.2011

Prof. Dr.-Ing. Sergio Amancio
Prof. Dr.-Ing. Sergio Amancio
Foto: TUHH

Prof. Dr.-Ing. Sergio Amancio ist neuer Juniorprofessur für ,,Fügetechnologien für Metall-Polymer-Verbunde" an der TU Hamburg-Harburg (TUHH) am Institut für Verbundwerkstoffe. Schwerpunkt der Forschung des in Brasilien geborenen 35-jährigen Wissenschaftlers ist das Fügen von Hochleistungskunststoff- und Leichtbaulegierungs-Hybriden. Sergio Amancio ist in Personalunion Leiter der fünfköpfigen Nachwuchsgruppe „Advanced Polymer-Metal Hybrid Structures“ am Institut für Werkstoff-Forschung des Helmholtz-Zentrums Geesthacht (HZG).

Ziel seiner Forschung unter Nutzung der Möglichkeiten des HZG und der TUHH sind die Herstellung, Prüfung und Modellierung schadenstoleranter Metall-Polymer-Verbunde. Mit der Berufung des Werkstoffingenieurs stärkt die TUHH ihre Fachkompetenz in den Bereichen Polymer- und Verbundwerkstoffe, Leichtbaulegierungen und der zugeordneten Fügetechnologien. Der Forschungsschwerpunkt der von Professor Amancio geleiteten Nachwuchsgruppe liegt im Gebiet der Festphase-Fügeprozessen. Diese Technologien bieten eine zügigere, energieeffizientere und umweltfreundlichere Alternative zum heutigen Stand der Technik.

Metall-Polymer-Verbunde haben ein großes Anwendungspotenzial für künftige Flugzeug-Generationen ebenso wie im Bauingenieurwesen und in der Medizintechnik. Trotz aller Fortschritte bei der Herstellung und Entwicklung dieser Hybridstrukturen sind noch viele wissenschaftliche und technische Herausforderungen offen: Bisher können Metall-Polymer-Verbunde mittels herkömmlicher Fügeverfahren nur sehr eingeschränkt hergestellt werden. Auch bei Anwendung speziell entwickelter Verfahren entsteht aufgrund der inhärenten physikalisch-chemischen Ungleichartigkeit der Materialpaarung eine sehr definierte Grenzfläche. Aus diesem Grund spielt das grundlegende Verständnis der Bindemechanismen in der Grenzfläche eine zentrale Rolle für das erzielbare Leistungsniveau von Polymer-Metall Hybridstrukturen.

Sergio Amancio hat an der Universität Sao Carlos seiner brasilianischen Heimat Werkstoffingenieurwesen und Polymertechnik studiert und 2002 mit dem Master of Science (MSc) in Metallurgie abgeschlossen. Seine MSc-Arbeit gilt als die erste akademische Arbeit in Brasilien im Bereich Rührreibschweißen von Aluminium. 2007 promovierte er an der TUHH über die Entwicklung und Analyse von Polymer-Metall-Verbindungen mittels Reibnieten. Die im Rahmen seiner Doktorarbeit entwickelte und mehrfach patentierte Fügetechnik erhielt mehrere Preise, darunter der Nordmetall-Stiftung Preis der Technik 2008 und der Henry Granjon Preis 2009 gestiftet von International Institute of Welding. Von 2007 bis 2009 absolvierte er eine Postdoc-Tätigkeit in der Abteilung Festphase Fügeverfahren am HZG, wo er eine neue Fügetechnologie (Friction Spot Joining) entwickelte und 2011 dem Raiser-Innovationspreis für Reibschweißen“ ausgezeichnet wurde.

In dieser Zeit war Sergio Amancio an mehreren Forschungsprojekten im Auftrag der Helmholtz-Gemeinschaft, der EU und Industrie beteiligt. Er forschte auf verschiedenen Gebieten des Reibschweißens von Thermoplaste und Polymer-Metal-Verbunden. Seit 2009 besteht mit der Airbus GmbH eine Forschungskooperation. Amancio ist Mitglied verschiedener internationaler Schweißfachgremien, wie der US-Society of Plastics Engineers sowie dem Internationalen Verband für Schweißtechnik.

Sergio Amancio ist verheiratet mit einer diplomierten MBA-Betriebswirtin aus Brasilien, spielt gern Geige in seiner Gemeinde und erholt sich mit seinen Freunden beim Fußball, wenn das Geesthachter Wetter es erlaubt.

Weitere Informationen:
Institut für Kunststoffe und Verbundwerkstoffe,
Tel.: 040 42878-3238 oder
Prof. Dr.-Ing. Sergio Amancio
E-Mail: sergio.amancio@hzg.de


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