Zum Gesundwerden – moderne Krankenhaus-Architektur

Vortrag an der TU Hamburg am 6. Dezember 2011

02.12.2011

Christine Nickl-Weller
Christine Nickl-Weller
Foto: Nickl & Partner Architekten

„Zum Gesundwerden – moderne Krankenhaus-Architektur“ ist der Titel und das Thema eines öffentlichen Vortrages im Audimax II der Technischen Universität Hamburg-Harburg am Dienstag, 6. Dezember. Beginn: 18 Uhr. Es spricht Professor Christine Nickl-Weller. Die Münchner Architektin leitet an der TU Berlin das im deutschsprachigen Raum einzigartige Fachgebiet „Entwerfen von Krankenhäusern und Bauten des Gesundheitswesens.“ In ihrer Arbeit beschäftigt sich die Wissenschaftlerin auch mit der Frage, wieweit die Architektur die Genesung von Patienten sowie die psychische und physische Gesundheit des Krankenhauspersonals beeinträchtigt.

Im Blickfeld dieser ganzheitlichen Krankenhaus-Architektur steht sowohl die Lebensqualität als auch die Ökonomie von Krankenhäusern. „Statt Bettenburgen gehört Therapiezentren die Zukunft,“ sagt Nickl-Weller, in deren Architektur die Begriffe „emotionale Sicherheit, menschliche Dimension, entspannte Atmosphäre, Privatheit“ wichtige Kriterien sind.

Die nach den Entwürfen von Christine Nickl-Weller gebaute Klinik Agathenried in Oberbayern.
Die nach den Entwürfen von Christine Nickl-Weller gebaute Klinik Agathenried in Oberbayern.
Foto: Nickl & Partner Architekten



Noch sind der Krankenhausbau, die Architektur der Gebäude und ihre Auswirkungen auf den Heilungsprozess in ihrer Relevanz wenig beachtet. Dabei bedarf nach Ansicht Nickl-Wellers vor allem die Krankenhausarchitektur einer neuen Dimension der Forschung, um zukünftige Anforderungsprofile in architektonische Lösungen umzusetzen. Der demographische Wandel, Privatisierung und der zunehmende Wettbewerb zwischen Gesundheitsdienstleistern, aber auch neue Schwerpunkte in der medizinischen Versorgung machen eine Krankenhausplanung von morgen unumgänglich.

Das Krankenhaus der Zukunft steht bereits: In Agatharied in Oberbayern entstand nach den Plänen Nickl-Wellers ein außergewöhnlicher Gebäudekomplex, dem die Grundidee der Architektin zugrunde liegt, „den Patienten zu helfen, sich auf das Gesundwerden zu konzentrieren und nicht auf das Kranksein.“

Der Vortrag von Professor Christine Nickel-Weller an der TU Hamburg-Harburg ist der dritte Teil der Ringvorlesung „Vom Nützlichen und Schönen – Begegnungen von Technik und Kunst“. Konzipiert von der Kunstinitiative an der TUHH und gefördert von der Sparkasse Harburg-Buxtehude sowie der Benthack-Stiftung wird die fünfteilige öffentliche Vortragsreihe mit dem an der TUHH etablierten Graduiertenkolleg „Kunst und Technik“ durchgeführt. Im vierten Teil, am 17. Januar 2012, thematisiert Professor Michael Hutter unter dem Titel : „Wie das Neue in die Welt kommt“ den Einfluss der Kultur auf den Erfolg einer Erfindung sowie die Bedeutung des Irrationalen für die Ratio. Am 31. Januar wird Hamburgs Kultursenatorin Professor Barbara Kisseler an der TU einen Vortrag über „Stadtentwicklung und Kultur – zusammendenken, was zusammengehört“ halten.

Die Ringvorlesung ist öffentlich und findet im Audimax II, Denickestraße 22, jeweils um 18 Uhr statt. Eintritt frei.


TUHH - Pressestelle

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