NORDMETALL-Preis: TUHH-Ingenieure machen EKG mobiler und Computer schneller

28.11.2011

Die Preisträger Jan Hendrik Wülbern und Ibrahim Dag
Die Preisträger Jan Hendrik Wülbern und Ibrahim Dag
Foto: TUHH/Jupitz

Die Ingenieure Ibrahim Dag und Dr.-Ing. Jan Hendrik Wülbern von der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TUHH) erhalten am 28. November, 17 Uhr, den mit 6.000 Euro dotierten Preis der Metall- und Elektroindustrie 2011 zu gleichen Teilen. Dieser Preis der NORDMETALL-Stiftung für herausragende Leistungen Studierender und Nachwuchswissenschaftler der TU Hamburg wird zum 25. Mal verliehen. Ort:
Hörsaal 0506, Gebäude K, Denickestraße 15.

Der Präsident der Technischen Universität Hamburg, Prof. Dr. h. c. Garabed Antranikian, sowie der Vorstandsvorsitzende der NORDMETALL-Stiftung, Wolfgang Würst, werden die Gäste begrüßen. Es folgt der Festvortrag von Dr.-Ing. Alexander Mitzlaff über „Innovationen in der Offshore-Technik“. Die Laudationes auf die Preisträger halten anschließend die Professoren Jörg Müller, Institut für Mikrosystemtechnik, und Manfred Eich, Institut für Optische und elektronische Materialien.

Dag, der mit 16 Jahren aus der Türkei nach Hamburg kam, hat in seiner Diplomarbeit den Prototyp eines EKG-Geräts entwickelt, das sich selbst mit Strom versorgt und autark ist. Jan Hendrik Wülbern, Einser-Kandidat vom Abitur bis zur Doktorarbeit, vertiefte sich in die Theorie der Photonik und kam in seiner fünfjährigen Grundlagenforschung zu einem viel beachteten Ergebnis: Er entwickelte einen nanophotonischen Schalter für die ultraschnelle optische Kommunikation zwischen Chips in zukünftigen Computern.

„Exzellenz in der Grundlagenforschung, neue Wege in der Ausbildung und ein effizienter Technologietransfer zeichnen die TUHH aus. Unsere beiden Preisträger, auf die wir sehr stolz sind, stehen für einen neuen Ingenieurtypus, der alle Voraussetzungen für ein erfolgreiches Berufsleben mitbringt", sagte der Präsident der TU Hamburg, Prof. Dr. h.c. Garabed Antranikian.

vlnr: Dr.-Ing. Alexander Mitzlaff, Prof. Garabed Antranikian, Prof. Jörg Müller, Dipl.-Ing. Ibrahim Dag, Dr.-Ing. Jan Hendrik Wülbern, Prof. Manfred Eich, Wolfgang Würst
vlnr: Dr.-Ing. Alexander Mitzlaff, Prof. Garabed Antranikian, Prof. Jörg Müller, Dipl.-Ing. Ibrahim Dag, Dr.-Ing. Jan Hendrik Wülbern, Prof. Manfred Eich, Wolfgang Würst
Foto: TUHH/Jupitz

„Deutschland ist das Land der Ingenieure. Wir wollen die Namen der genialen Erfinder aber nicht nur im Geschichtsbuch lesen, sondern auch im Telefonbuch - das heißt: Deutschland braucht auch jetzt und in Zukunft Spitzen-Ingenieure. Deshalb fördert die NORDMETALL-Stiftung den wissenschaftlichen Nachwuchs und den Ideentransfer von der Forschung in die Wirtschaft. Das ist lebenswichtig für die Metall- und Elektroindustrie als Herz der deutschen Wirtschaft“, sagte Wolfgang Würst, Vorstandsvorsitzender der NORDMETALL-Stiftung.

Die Preisträger:

Ibrahim Dag
Ibrahim Dag entwickelte im Rahmen seiner Diplomarbeit ein kleines, neuartiges EKG-Messgerät, mit dem man sich im Krankenhaus frei bewegen kann und das ohne Batterien auskommt. Außer der Bestimmung der passenden Solarzelle, welche ein Kernstück des Messgeräts ist, baute er ein komplettes Messsystem einschließlich Filtersystemen, Leiterplatten, Hard- und Software auf. Die Daten werden vom Messgerät per Funk an eine Datenstation geschickt, wo sie medizinisch ausgewertet werden können. Seit Oktober ist Dag Ingenieur bei Dräger Medical in Lübeck.

Jan Hendrik Wülbern
Jan Hendrik Wülberns elektrooptischer Modulator zur schnellen Datenübertragung über kurze Strecken stellt etwas völlig Neuartiges dar und könnte eine wichtige Funktion in zukünftigen Computergenerationen ausüben. Die Taktrate von Mikroprozessoren hat in den letzten fünf Jahren kaum zugenommen. Die Leistungsfähigkeit von Computern wurde im Wesentlichen über den Einsatz mehrerer Prozessor-Kerne gesteigert – ein Trend, der sich weiter fortsetzen wird. Um die weiter steigenden Anforderungen an die Datenkommunikation zwischen einzelnen Chips innerhalb des Computers zu erfüllen, hat Wülbern ein Bauelement entwickelt, mit dem Licht über ein elektrisches Signal sehr schnell ein- und ausgeschaltet werden kann, auf einer Fläche, die deutlich kleiner als der Querschnitt eines menschlichen Haares ist. Er konnte zeigen, dass mit Hilfe seines Modulators eine Chip-to-Chip-Kommunikation mit einer Bandbreite von 100 GHz möglich ist. Diese neue Technologie könnte auch für die Ansteuerung großer hochauflösender Bildschirme verwendet werden. Dr. Wülbern arbeitet seit Kurzem im Unternehmen Philips in Hamburg. Dort ist die medizinische Bildgebung in der Magnetresonanztomografie sein neuer Schwerpunkt.

Für Rückfragen:

Pressestelle NORDMETALL-Stiftung
Peter Haas
Tel: 040/ 6378-4321
E-Mail: haas@nordmetall.de


TUHH - Pressestelle

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