Spitzen der Hamburger Politik beim 2. Parlamentarischen Abend

21.09.2011

TUHH-Präsident Professor Garabed Antranikian mit Hamburgs Wissenschaftssenatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt und Dr. Wieland Schinneburg, Vizepräsident der Hamburgischen Bürgerschaft (von rechts)
TUHH-Präsident Professor Garabed Antranikian mit Hamburgs Wissenschaftssenatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt und Dr. Wieland Schinneburg, Vizepräsident der Hamburgischen Bürgerschaft (von rechts)
Foto: TUHH / Christian Bittcher

Brücken schlagen in die Stadt – das Credo von Unichef Garabed Antranikian ist

beim 2. Parlamentarischen Abend der TU Hamburg in Harburg am 21. September auf unterhaltsame Weise eingelöst worden. Bis kurz vor Mitternacht führten Wissenschaftlern und Parlamentarier aus der Bürgerschaft und Bezirksversammlung Harburg Gespräche an Stehtischen – in höchst ungewöhnlicher Umgebung: Die Versuchshalle der Bauingenieure war für einen Abend zweckentfremdet worden, und wo sonst Betonteile auf ihre Festigkeit und Brücken auf Stabilität getestet werden, präsentierte zu Beginn der Veranstaltung der wissenschaftliche Nachwuchs seine Projekte in allgemeinverständlicher Weise.

„Es ist überraschend, wie anschaulich die jungen Wissenschaftler ihre Forschungsergebnisse vorstellen können, dass selbst jemand, der gar nicht aus der Wissenschaft kommt, sie auch versteht“, sagte Hamburgs Zweite Bürgermeisterin und Wissenschaftssenatorin Dr. Dorothee Stapelfeld. Außer ihr waren mit dem Vizepräsidenten der Hamburgischen Bürgerschaft, Dr. Wieland Schinnenburg, sowie der Landesvorsitzenden der GAL-Fraktion, Katharina Fegebank, und dem Vizechef der regierenden SPD-Fraktion im Hamburger Rathaus, Thomas Völsch, weitere Spitzen der Hamburger Politik vertreten. Der Wissenschaftsausschuss der Bürgerschaft war vertreten mit Gerhard Lein, Annkathrin Kammeyer und Thilo Kleibauer. Außerdem gesehen: Sören Schumacher, Frank Wiesner, Matthias Albrecht, Jan-Hinrich Fock, Ali Simsek, Torsten Hönisch, Birgit Stöver, Dr. Kurt Duwe, Martina Kaesbach. Die Bezirksversammlung war mit Jürgen Heimath, Ralf-Dieter Fischer, Ronald Preuß ebenfalls mit ihren Fraktionsspitzen vertreten. Außerdem gesehen: Heinz Beeken, Claudia Loss, Bernd Kähler, Marie-Luise Vielhaber, Michael Hagedorn, Martin Hoschützky, Carsten Schuster, Daniel Völkoi.

Vortrag von Lait Abu-Saleh
Vortrag von Lait Abu-Saleh
Foto: TUHH / Christian Bittcher

Unichef Antranikian hatte in seiner Begrüßungsrede vor fast 100 Gästen an die Adresse der Parlamentarier gerichtet, zwei Wünsche formuliert. „Harburg braucht preiswerten Wohnraum für Studierende“, sagte er und bat um die entsprechende politische Unterstützung dieser sowohl für die TUHH als auch die Weiterentwicklung des Stadtteil Harburgs wichtigen Pläne . Auch sein Hinweis, auswärtigen Gästen den Weg zu TU durch eine bessere Ausschilderung zu erleichtern, wurde mit Applaus bedacht. Dies sei, wie Kommunalpolitiker aller Fraktionen mitteilten, bereits „auf einem guten Weg“.

Zu Beginn der Veranstaltung stellten Nachwuchswissenschaftler Forschungsvorhaben speziell aus den Bereichen erneuerbare Energien / Energieeffizienz und Lebenswissenschaften / Medizintechnik vor und machten so Wissenschaft in origineller Weise zu einem Erlebnis.

Fabian Rieckenberg vom Institut für Bioprozess- und Biosystemtechnik berichtete von den Forschungsergebnissen im Rahmen des interdisziplinären Landesexzellenzcluster „SynBio". Ziel des Projektes ist die Entwicklung synthetischer Stoffwechselwege zur Produktion von klimaschonenden Energieträgern. Welche Rolle Zucker dabei spielt und mit welchen neuartigen Verfahren aus Zucker hocheffizient Wasserstoff gewonnen werden kann, wird man in seinem Vortrag erfahren.

„Vom Reststoff zum Wertstoff – Bioraffinerien der Zukunft" lautete der Beitrag von Dr. Vera Bockemühl vom Institut für Technische Mikrobiologie. Dabei geht es um ein an der TU entwickeltes gekoppeltes Verfahren, mit dem es gelingt, cellulosehaltige Biomasse durch hydrothermischem Aufschluss und biotechnologische Umwandlung per Mikroorganismen umweltschonend und kosteneffizient in weiter zu verarbeitende Wertstoffe wie Zucker und Alkohole umzuwandeln.

Diplom-Ingenieur Jakob Müller stellte ein an der TU entwickeltes biotechnologisches Verfahren vor, das es ermöglicht mit Hilfe von Biokatalysatoren Grundstoffe für die Kosmetikindustrie zu entwickeln – chemiefrei, ohne unerwünschte Nebenprodukte und durch den Einsatz eines speziell an der TU entwickelten Blasensäulenreaktors sogar in dreifach kürzerer Zeit als mit konventionellen Reaktoren.

Aus dem Bereich Medizintechnik informierte Diplom-Ingenieur Lait Abu-Saleh, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut Nanoelektronik, über die Entwicklung eines intelligenten Implantats zur Steuerung von bionischen Handprothesen im Rahmen des Forschungsprojekts MyoPlant. Da die Hand den wichtigsten Teil des menschlichen Bewegungsapparates darstellt, erfordern Handprothesen die Bereitstellung hochkomplexer simultaner Bewegungsabläufe, die sowohl intuitiv über muskuläre Aktivitäten steuerbar sein sollen, als auch über sensorische Rückkopplung. Die Forschung an der TU konzentriert sich dabei unter anderem auf die Entwicklung von flächenoptimierten integrierten Schaltkreisen zur Verstärkung und Digitalisierung von Muskelsignalen sowie auf das Design und die Entwicklung einer digitalen Einheit von Muskelsignalen in Implantaten.

Über Experimente von Brückenmodellen im Windkanal sprach Dr. Jürgen Priebe vom Institut für Baustatik und Stahlbau. Erst auf der Basis solcher Windkanalversuche können Wissenschaftler Rückschlüsse auf die verschiedensten Windströmungseffekte ziehen, die auf Brückenkonstruktionen wirken und entsprechend auftretende Brückenschwingungen erfolgreich dämpfen.

Bildergalerie unter:
http://www.tu-harburg.de/ … tarischer-abend-2011.html


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