In der Welt unterwegs: TUHH-Alumni berichtet aus Singapur

03.09.2011

TUHH-Alumni Oliver Parschat im „Singapore Flyer“, einem Riesenrad, im Hintergrund die Skyline der Innenstadt.
TUHH-Alumni Oliver Parschat im „Singapore Flyer“, einem Riesenrad, im Hintergrund die Skyline der Innenstadt.

Der asiatische Raum ist ihm fast so vertraut wie seine europäische Heimat: Oliver Parschat lernt Länder wie Singapur, Malaysia, Indonesien, China nicht als Tourist, sondern beruflich als Ingenieur kennen. Der 30-jährige Alumni der TU Hamburg ist weltweit im Auftrag des Unternehmens Advanced Engineering Asia (AEA) unterwegs, um Fabriken für die Halbleiterindustrie zu planen und die Bauausführung zu überwachen. Hauptsitz der Firma AEA ist Singapur. In der asiatischen Metropole traf der der junge Absolvent Teilnehemr einer TUHH-Delegation, die mit Präsident Garabed Antranikian an der Spitze Universitäten und Forschungseinrichtungen des Stadtstaates besuchen.


Wie bekommt man als blutjunger Ingenieur eine Anstellung im Ausland? Im folgenden Kurzinterview berichtet der im belgischen Mons geborene Ingenieur aus Norddeutschland wie ihm als junger Maschinenbauer der Sprung von der Uni in ein Unternehmen in Singapur gelang.

Haben Sie während des Studiums an der TU Hamburg im Ausland studiert?

Ja, dank des Austausch-Abkommens zwischen der TU Hamburg und der Nanyang Technological University habe ich in ein Jahr in Singapur studiert. 2008 habe ich dort sogar noch ein Praktikum in bei Venture, einem Entwicklungs- und Fertigungsdienstleister für Consumer Electronics, absolviert.

Wie schafft man das?

Da war wieder die TUHH im Spiel, namentlich Dr. Lothar Kreft, auf jeden Fall lernte ich bei einem Empfang in der Deutschen Botschaft in Singapur, zu dem ich als studentischer Mitarbeiter einer Bildungsmesse in Singapur eingeladen war, einen der für Europa bei der Firma Venture zuständigen Vertriebsleiter kennen. Er war ein ehemaliger Stipendiat aus Singapur, der in Deutschland studiert hatte, und er vermittelte mir das Praktikum.

Und mit dem Diplom in der Tasche ging es wieder nach Singapur, dieses Mal auf der Suche nach dem ersten Arbeitsplatz?

Ja, aber das war nicht ganz so leicht, gleich etwas Passendes zu finden. 2009 war in Singapur der Höhepunkt der Wirtschaftskrise, Venture ging es nicht mehr allzu gut, da war für einen Anfänger wie mich damals kein Platz, und die Flugzeugsystemtechnik , mein Studienschwerpunkt, lief zu dem Zeitpunkt auch nicht gut hier. Freundlicherweise hatten mir ehemalige Arbeitskollegen von Venture Vorstellungstermine bei ihren neuen Firmen verschafft, doch die offenen Stellen richteten sich nur an Leute mit drei mindestens Jahren Berufserfahrung. Schließlich habe ich über das Netzwerk XING im Internet meine erste Anstellung als Ingenieur gefunden. Das Unternehmen Advanced Engineering Asia hatte gerade einen Auftrag aus China bekommen und noch Platz für einen Anfänger. Montags, das vergesse ich nie, unterschrieb ich den Vertrag, drei Tage später erhielt ich das Visa für China und los ging es nach Shanghai. Das Projekt dauerte etwa fünf Monate, und ich war abwechselnd in Shanghai und in SingapurJe nach Auftrag pendle ich seitdem zwischen Singapur und dem jeweiligen Einsatzort hin und her, zurzeit zwischen Malaysia, Österreich und China. Und je nachdem, was gerade anliegt, bin ich in entweder der der Funktionen als Berater, Planer oder Projektleiter im Einsatz.

Und wo sind Sie jetzt gerade?

In Singapur.

Kein Heimweh?

Ich bin kein Freund der kalten Jahreszeit. Da haben die Tropen schon einen Vorteil, und ich habe auch kein Problem damit, an Weihnachten den Grill anzumachen. Ich habe mich gut eingelebt und längst auch einen lokalen Freundeskreis und sogar eine Familie aufgebaut, da kommt dann relativ wenig Heimweh auf. Freunde aus Deutschland kommen übrigens auch gern zu Besuch, man verliert also auch nicht den Anschluss an Hamburg. Außerdem komme ich durch Dienstreisen auch öfters nach Deutschland .

Was gefällt Ihnen am besten in Singapur?

Hier ist alles sehr gut organisiert, effizient und sehr dynamisch. Die Karrierechancen, die ich in Singapur habe, wären in Deutschland in dieser Weise nicht gegeben. Das politische Klima hat sich zum Positiven gewandelt. DieZeiten, als Singapur stark reglementiert war, sind lange vorbei, Singapur ist eine kosmopolitische Stadt mit Einwohnern aus aller Welt. Auf der Negativseite stehen die geradezu unverschämt hohen Immobilienpreise: Man ist dadurch gezwungen auf engem Raum zu wohnen.

Ein Berufsleben aus Koffern? Ist das schön?

Man ist nicht ständig unterwegs, es gibt durchaus Phasen, in denen ich mehrere Monate im Büro tätig bin. Der Vorteil istt, dass man viel sieht und lernt, wie in verschiedenen Ländern gearbeitet wird. Malaysia ist anders als Singapur und China natürlich wiederum ganz anders.


TUHH - Pressestelle

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