Von wegen Seniorenteller! Neue Produkte für ältere Konsumenten

Hamburger Wissenschaftsstiftung fördert Forschungsprojekt an der TUHH

11.07.2011

Prof. Dr. Christian M. Ringle
Prof. Dr. Christian M. Ringle
Foto: TUHH/Jupitz

Trotz seiner alternden Bevölkerung steht die Entwicklung altersgerechter Produkte in Deutschland noch am Anfang. Ganz anders in Japan, wo die Industrie sich auf diesen wachsenden Markt bereits mit einer Fülle neuer Produkte eingerichtet hat. Wissenschaftler der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TUHH) untersuchen die Herausforderungen und Chancen, den dieser boomende Markt für die Industrie in Deutschland eröffnet.

„Innovation and Product Development for Aging Users“ heißt ihr Forschungsprojekt, das, wie jetzt bekannt wurde, von der Forschungs-und Wissenschaftsstiftung Hamburg mit 550.000 Euro in den kommenden drei Jahren gefördert wird – als eines von sechs Hamburger Forschungsvorhaben. „Wir freuen uns riesig über diesen Erfolg“, sagt Professor Ringle, Sprecher des Forschungsvorhabens: „Damit wird die noch junge wirtschaftswissenschaftliche Forschung an der TU gestärkt.“ Am Forschungsprojekt beteiligt sind insgesamt vier Institute des Studiendekanats Management-Wissenschaften und Technologie. Die TUHH-Ökonomen werden in den kommenden drei Jahren den Prozess der Produktentwicklung ausgehend von den besonderen Bedürfnissen der Konsumenten über Produktinnovationen bis hin zur Vermarktung untersuchen. „Wir gehen auch der Frage einer möglichen weltweiten Vorreiterrolle von Deutschland und Japan für die Entwicklung von Technologien und Innovationen für ältere Menschen nach“, sagt Ringle. Japan werde in diese Untersuchungen einbezogen, weil dort die Änderung der Altersstruktur ähnlich stark ausgeprägt sei, der Markt jedoch viel deutlicher darauf reagiert habe.

Im Fokus der betriebswirtschaftlichen Forschung steht die Entwicklung altersgerechter Produkte und Dienstleistungen des im Zuge des demographischen Wandels immer wichtiger werdenden Wachstumsmarktes der im Marketing auch „Best Ager“ genannten älteren Generation. So untersucht das Institut für Technologie- und Innovationsmanagement unter Leitung von Professor Cornelius Herstatt die Rolle Deutschlands und Japans als „Lead Markets“ für altersgerechte Innovationen. Das Institut für Personalwirtschaft und Arbeitsorganisation mit Professor Christian M. Ringle an der Spitze beschäftigt sich mit den „Treibern“ von Kundenzufriedenheit sowie den Erfolgsfaktoren für die Akzeptanz von Innovationen durch die älteren Konsumenten. Während das Institut für Marketing und Innovation, geführt von Professor Christian Lüthje, die Informations- und Wissensverbreitung in sozialen Netzwerken älterer Menschen betrachtet. Und das Institut für Controlling und Rechnungswesen von Professor Matthias Meyer schafft Modelle und Simulationsansätze mit denen mögliche Szenarien der Verbreitung altersgerechter Innovationen untersucht werden können. Alle vier Teilbereiche sind eng aufeinander abgestimmt und verfolgen das Ziel, wissenschaftliche Erkenntnisse zu liefern, die besonders Unternehmen darin stärken, den Herausforderungen einer älter werdenden Gesellschaft zu begegnen.

Ringle schaut nach dem erfolgreichen Abschneiden der TUHH-Ökonomen hoffnungsfroh in die Zukunft: „Mit dieser staatlichen Förderung erhält die betriebswirtschaftliche Forschung an der TUHH einen großen Impuls.“ Er ist zuversichtlich, dass der neue Schwung ausreicht, um nach 2015 auch auf Bundesebene erfolgreich Drittmittel einwerben zu können. „Wir haben jetzt sehr gute Chancen, eine Anschlussfinanzierung für ein internationales Graduiertenkolleg an der TU Hamburg-Harburg zu gewinnen“, sagt Ringle.

Hintergrund:

Die Mittel der Forschungs- und Wissenschaftsstiftung dienen dazu, exzellente Hamburger Forschungsbereiche qualitätsorientiert zu fördern. Durch die gezielte Anschubfinanzierung soll die bundesweite Wettbewerbsfähigkeit von Forschungsprojekten gesteigert und die Chance auf Weiterentwicklung und Weiterförderung der Vorhaben unterstützt werden. Insgesamt erhalten zehn Projekte der Hamburger Hochschulen Gelder der Stiftung in Höhe von knapp 6,9 Millionen Euro über einen Zeitraum von bis zu drei Jahren.

Für Rückfragen:

Technische Universität Hamburg-Harburg
Instituts für Personalwirtschaft und Arbeitsorganisation
Prof. Dr. Christian M. Ringle
Tel: 040 42878 4420
E-Mail: c.ringle@tuhh.de


TUHH - Pressestelle

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