Forscherteam um Gerold Schneider erfolgreich in der SFB-Bewerbung

30.05.2011

Professor Gerold Schneider
Professor Gerold Schneider
Foto: TUHH/Ute Grabowsky

Große Freude bei den Werkstoffwissenschaftlern der TU Hamburg: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat den Vorantrag der Hamburger Wissenschaftlergruppe um Professor Gerold Schneider positiv bewertet. Nun sind die Forscher der TUHH, der Uni Hamburg sowie des Helmholtz-Zentrum Geesthacht (HZG) aufgefordert, ihre Arbeit zur Entwicklung neuartiger Verbundwerkstoffe fortzusetzen und einen Hauptantrag auf Einrichtung eines Sonderforschungsbereiches mit dem Titel „Maßgeschneiderte multiskalige Materialsysteme – M3“ 2012 einzureichen. „Wenn es gelingt, dieses Programm umzusetzen, erwarten wir völlig neuartige, derzeit noch nicht absehbare Materialfunktionen“, sagte Schneider.

„Das langfristige Forschungsziel und Innovationspotenzial des beantragten Sonderforschungsbereichs (SFB) ist es, quasi am Reißbrett multiskalig strukturierte makroskopische Materialien mit maßgeschneiderten mechanischen, elektrischen und photonischen Eigenschaften zu entwerfen und herzustellen“, sagt Schneider. Dabei werden polymere, keramische und metallische Materialien eingesetzt. Die Optimierung spezifischer Eigenschaftsprofile einer bestimmten Materialklasse ist dabei nicht die primäre Aufgabe. Vielmehr wird sich der geplante SFB mit der Entwicklung wissenschaftlicher Konzepte zur Herstellung multiskaliger Materialsysteme befassen. Die in dem SFB geplanten Werkstoffe sind überwiegend aus einzelnen Bausteinen unterschiedlicher diskreter Längenskalen zusammengesetzt. Dies eröffnet die Möglichkeit, ganz gezielt Bausteine auszutauschen und damit die Eigenschaften der Materialsysteme diskontinuierlich zu verändern. Im Kern geht es um die Entwicklung eines völlig neuartigen Werkstoffs, der eine Schlüsselrolle für künftige Entwicklungen beispielsweise in der Luft-und Windkraftindustrie, der Thermophotovoltaik oder bei medizinischen Implantaten einnehmen könnte.

„Das ist ein großer Tag für die TUHH“, sagte ein Forscher. „Wir – das sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der TU Hamburg, der Universität Hamburg sowie des Helmholtz-Zentrums Geesthacht – können uns darüber sehr freuen, besonders auch deshalb, weil 2010 von etwa doppelt so vielen Forschergruppen wie normalerweise Voranträge eingereicht worden waren“, sagte Schneider. Ohne das große Engagement seiner Kollegen, besonders von Manfred Eich und Jörg Weißmüller von der TUHH sowie Norbert Huber vom HZG, wäre das Team nicht soweit gekommen.

Gleichzeitig hebt er den hohen Stellenwert der Hamburger Landesexzellenzinitiative (LEXI) für diesen Erfolg hervor. „Ohne die mit dem LEXI verbundenen Fördergelder hätten wir es nicht schaffen können, in der vorgegebenen Zeit soweit an die Spitze zu kommen“, sagte Schneider und bedauert gleichzeitig die von der neuen Hamburger Regierung geplante ersatzlose Streichung der mit LEXI einhergehenden staatlichen Förderung herausragender Forschungsvorhaben. Zwar seien die Grundlagen für das Thema an der TUHH im Forschungschwerpunkt „Produktorientierte Werkstoffentwicklung“ gelegt worden, jedoch die Weiterentwicklung erst durch diese Landesförderung möglich gewesen.

Die TUHH ist in ihrer jungen Geschichte bereits zwei Mal aufgefordert worden – in den 80er und 90er Jahren –im Auftrag der DFG in Sonderforschungsbereichen wissenschaftlichen Fragen von zentraler Bedeutung nachzugehen.


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