Präsident Antranikian stellt die Neupositionierung der TU Hamburg vor

Mit Technologien für erneuerbare Energien und Energieeffizienz in die Zukunft

05.05.2011

Hamburgs Wissenschaftssenatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt und TUHH-Präsident Garabed Antranikian.
Hamburgs Wissenschaftssenatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt und TUHH-Präsident Garabed Antranikian.
Foto: TUHH/Hauke Gilbert

Hamburgs Technische Universität wird künftig eine entscheidende Rolle bei dem vom Senat der Hansestadt geplanten Ausbau neuer Technologien in der Energie- und Umwelttechnik spielen. Exzellente Nachwuchswissenschaftler aus aller Welt werden an der TU gezielt gefördert und in einem deutschlandweit bisher einzigartigen Exzellenzkolleg auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien und der nachhaltigen Bioökonomie forschen. Parallel dazu wird die TU in der Forschung ihre Kräfte in diesem Sektor bündeln und unter dem Dach „Green Technologies“ Innovationen für den Klimaschutz und die Energiewende entwickeln, beides drängende Probleme unserer Zeit. Dies hat der seit 1. April amtierende Präsident der TU Hamburg, Professor Garabed Antranikian, heute in seiner Antrittsrede vor mehr als 600 Gästen aus Wissenschaft und Wirtschaft, Politik und Gesellschaft im Audimax der TU bekanntgegeben.

„Die TU wird zukünftig verstärkt den Fokus ihrer ingenieurwissenschaftlichen Forschung auf die technische Lösung der drängenden globalen Probleme rücken“, sagte der gebürtige Jordanier armenischer Abstammung. Und: „Wir werden in Hamburg an der TU die Besten der Besten in der Wissenschaft fördern und dabei vor allen Dingen auch Nachwuchswissenschaftlern aus dem Ausland die Chance bieten, sich zu profilieren.“ Nach den Plänen des studierten Biologen und Trägers des Deutschen Umweltpreises Antranikian werden junge begabte Ingenieure und Naturwissenschaftler an der TU Hamburg die einzigartige Chance erhalten, binnen von sechs Jahren unter dem Aspekt der Energieeffizienz oder der erneuerbaren Energien zu promovieren sich zu habilitieren. Das Geld für diesen neuen, zunächst auf sechs Jahre befristeten Modellversuch der wissenschaftlichen Nachwuchsförderung werden die TU Hamburg und die Behörde für Wissenschaft und Forschung der Hansestadt Hamburg bereitstellen.

Parallel dazu werden in der Forschung an der TU neue Akzente gesetzt: Zusätzlich zu den existierenden acht Forschungsschwerpunkten, innerhalb derer weiterhin interdisziplinär auf unterschiedlichen Feldern geforscht wird, erhalten die fast 100 Professoren und die mehr als 500 wissenschaftlichen Nachwuchskräfte die Gelegenheit, sich auch für eine Mitarbeit in zwei übergeordneten Kompetenzzentren zu bewerben. Das erklärte Ziel ist es, in enger Zusammenarbeit mit der Industrie der Region, die energiepolitische Wende in neue Technologien umzusetzen: weg vom Erdöl und hin zu regenerativen Energiequellen sowie ressourcensparenden Effizienztechnologien. Die Magnetkraft der TU als Forschungsstandort für innovative Technologien wird auf diese Weise gestärkt und synergetische Wirkung haben.

Jeanette Antranikian, Ehefrau des TU-Präsidenten sowie Erzbischof Karekin Bekdjian, Primas der Diözese der Armenischen Apostolischen Kirche in Deutschland.
Jeanette Antranikian, Ehefrau des TU-Präsidenten sowie Erzbischof Karekin Bekdjian, Primas der Diözese der Armenischen Apostolischen Kirche in Deutschland.
Foto: TUHH/Hauke Gilbert

Wissenschaftssenatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt zeigte sich von der Neupositionierung der TU Hamburg überzeugt: „Die Technische Universität schärft ihr Profil dort, wo sie ihre Stärken im Laufe der zurückliegenden Jahrzehnte entwickelt hat. Gerade im Bereich der Energie- und Umwelttechnik verfügt sie über große Kompetenzen und eine beeindruckende Spannweite an Themen. Ich möchte alle an der Universität ermutigen, diese Kompetenzen weiter zu entwickeln und sie – sofern notwendig – inhaltlich, in jedem Fall aber im Auftritt nach außen organisatorisch zu bündeln“.

Der Vorsitzende des Hochschulrates, Walter Conrads, begrüßte ebenfalls „den Aufbruch zu einer neuen Strategie für Umwelt und Energie“. Gerade auf diesem Sektor verfüge die TUHH auch über eine langjährige Expertise. Luftfahrt und maritime Technik sowie die Logistik seien auch „unverwechselbare Schwerpunkte“, deren Profile künftig noch weiter geschärft würden.

Außer dem Zentrum für “Green Technologies" wird ein zweites Kompetenzzentrum an der TU entstehen mit für die Gesellschaft nicht weniger relevanten Themen: Life Science und Medizintechnik. Beides sind wichtige Forschungsgebiete mit zugleich großen Märkten. Dem Transfer von Ideen über Köpfe lässt Antranikian konsequent die Zusammenarbeit mit der Industrie inklusive der Förderung von Patenten und Ausgründungen folgen. Dabei wird es künftig um eine Bündelung der Kräfte durch neue Forschungsverbünde in der Metropolregion Hamburg gehen.

Eine Neuausrichtung erfährt auch die Lehre an der TU Hamburg: Mit einem Zentrum für Lehre und Lernen, dessen offizieller Startschuss heute gefallen ist, stellt Antranikian, der in Libanon an einer US-amerikanischen Universität sein Studium absolvierte, auch hier die Weichen neu.Die Einrichtung eines Lehrstuhls für Fachdidaktik sowie elf weiterer Stellen für Verbesserungen in der Lehre und zur Qualitätssicherung sind bereits gesichert. Hohe Priorität hat in diesem Zusammenhang auch die Schaffung zusätzlicher Lernräume. Vor dem Hintergrund der bundesweit hohen Quote an Studienabbrechern gerade auch in den Ingenieurwissenschaften – die, abgesehen vom persönlichen Schicksal, der Volkswirtschaft vermeidbare Kosten bescheren – wird diesem TUHH-Zentrum im kurz vor Fertigstellung stehenden Hauptgebäude der TU schon heute Modellcharakter bescheinigt. Zudem geht mit dem Aufbau des Zentrums auch die Erweiterung des Angebots an nichttechnischen Themen im Lehrplan der angehenden Ingenieure und Ingenieurinnen einher, und es wird die internationale Zusammenarbeit gestärkt werden.

Dass die TU Hamburg nicht nur neue Akzente in der Forschung setzen werde, sondern auch in der Lehre eine Neuausrichtung vornehmen wolle, begrüßte Hamburgs Wissenschaftssenatorin ausdrücklich in ihrem Grußwort.„Junge Menschen, Studierende wie Wissenschaftler, sind die Gestalter unserer Zukunft. Sie optimal auszubilden, muss unser höchstes Anliegen sein. Hier wünsche ich mir, dass insbesondere Frauen auch und gerade in den ingenieurwissenschaftlichen Fächern eine größere Rolle spielen – als Studierende, aber eben auch als Promovendinnen und Habilitandinnen und dann als Hochschullehrerinnen.“

Auch Infrastrukturmaßnahmen auf und außerhalb des Campus sind Gegenstand der Neupositionierung der TU Hamburg. „Wir wollen junge Leute, Studierende sowie Nachwuchswissenschaftler, besonders auch Spitzenkräfte aus dem Ausland, für diesen Standort gewinnen, dazu bedarf es auch eines entsprechenden Umfeldes außerhalb des Campus“, sagte Antranikian. In enger Zusammenarbeit mit Verantwortlichen aus Wirtschaft und Politik will der neue Chef der Technischen Universität attraktiven und preiswerten Wohnraum für Studierende und Nachwuchswissenschaftler schaffen und Maßnahmen zur Förderung eines Univiertels rund um den Campus unterstützen. Dabei verfolgt die TU das Leitbild einer im Stadtteil und in Hamburg integrierten TU. „Die TU Hamburg ist Teil dieser Stadt“, sagte Antranikian: „Wir werden südlich und nördlich der Elbe sichtbarer werden.“

Spiegelbildlich zu dieser Öffnung nach außen kündigte der Präsident auch innerhalb der Hochschule eine Kultur des Austausches und des Dialogs an: „Transparenz und Kommunikation sind wesentliche Faktoren für eine erfolgreiche Zusammenarbeit“, sagte Antranikian. „Mir ist es sehr wichtig, dass wir mehr miteinander sprechen.“


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