Hoc KhiemTrieu ist neuer Professor für Mikrosystemtechnik

04.03.2011

Prof. Dr.-Ing. Hoc Khiem Trieu
Prof. Dr.-Ing. Hoc Khiem Trieu
Foto: TUHH/Jupitz

Seit Monatsbeginn ist Prof. Dr.-Ing. Hoc Khiem Trieu der neue Leiter des Instituts für Mikrosystemtechnik an der TU Hamburg-Harburg (TUHH). Der promovierte Elektrotechniker war vor seiner Rufannahme Leiter der Abteilung „Integrierte Sensoren und Aktoren“ am Fraunhofer Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme in Duisburg und tritt an der TUHH die Nachfolge von Prof. Dr.-Ing. Jörg Müller an.

Schwerpunkt seiner Forschung an der TU Hamburg-Harburg sind integrierte Mikrosysteme sowie die Biosensorik, beides findet in den Lebenswissenschaften seine Anwendung. Trieu möchte in Hamburg eine stärkere Verschmelzung der Mikrotechnologie, der Nanostrukturierung und der Biotechnologie erreichen. Dies setzt interdisziplinäre Zusammenarbeit voraus, die charakteristisch für die TUHH ist. Grundsätzlich möchte er sich der Grundlagenforschung widmen, ohne dabei die Anwendung aus den Augen zu verlieren. „Nur so kann man die Brücke weiter schlagen und Einfluss darauf nehmen, welche Technologien in Zukunft bereitstehen“, sagt der Wissenschaftler.

Hoc Khiem Trieu war insgesamt 17 Jahre in der angewandten Forschung tätig und kann dort interessante Erfolge vorweisen. Zusammen mit Kollegen entwickelte er beispielsweise eine vollständig implantierbare Sehprothese für Menschen mit einer erblich bedingten Erblindung. Dafür erhielt das Team 2008 den Joseph-von-Fraunhofer-Preis. Des Weiteren ist sein Name mit der Entwicklung implantierbarer Drucksensoren verknüpft. Diese Mikro-Implantate können zur Behandlung von Blutdruck-Erkrankungen in Arterien eingesetzt werden. Gerade auch auf diesem Gebiet der Medizintechnik will Trieu an der TUHH in Kooperation mit Kliniken weiter forschen. „Neue technologische Ansätze zum Nutzen von Patienten zu entwickeln, dafür kann ich mich begeistern“, sagt er.

Hoc Khiem Trieu studierte von 1987-1993 Physik an der RWTH Aachen und promovierte anschließend an der Universität Duisburg-Essen auf dem Gebiet der Elektrotechnik über die Strukturierung von Silicium für die Entwicklung von 3D-Mikrosystemen. 1978 hatte Hoc Khiem Trieu seine vom Krieg zerstörte Heimat Vietnam verlassen. Zusammen mit seinen Geschwistern gelangte der damals 13-Jährige zunächst nach Malaysia, danach nach Deutschland.

Trieu ist verheiratet und Vater dreier Kinder. Die Familie plant im Sommer den Umzug vom Niederrhein an die Elbe.

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