Akademische Trauerfeier für Professor Erik Pasche

01.12.2010

Zu Beginn der Akademischen Trauerfeier für Professor Erik Pasche sprach der Präsident der TUHH, Professor Edwin Kreuzer.
Zu Beginn der Akademischen Trauerfeier für Professor Erik Pasche sprach der Präsident der TUHH, Professor Edwin Kreuzer. Foto: Zand-Vakily 

Unter großer Anteilnahme hat die TUHH heute in einer Akademischen Trauerfeier Abschied von Erik Pasche genommen. Im Beisein seiner Töchter, Katharina und Sarah Pasche, sowie weiterer Angehöriger verfolgten mehr als 350 Gäste, darunter weit über hundert aus dem In-und Ausland, das Leben und Werk des hochgeschätzten Wissenschaftlers, Kollegen, Vorgesetzten und Doktorvaters, das im Mittelpunkt der Traueransprachen stand. Zu den Trauergästen sprachen der Präsident der TUHH, Prof. Dr.-Ing. habil. Edwin Kreuzer, der stellvertretende Dekan, Prof. Dr.-Ing. Günter Rombach, Dr. Helmut Thamer als Kordinator des Projektes Klimzug-Nord sowie Prof. Dr. ir. Chris Zevenbergen von der UNESCO-IHE, Delft und Nico Schrage, Doktorand am Institut für Wasserbau. Mit Musik von Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel, Antonio Vivaldi und Arcangelo Corelli, gespielt von seinem Kollegen, Professor Fritz Mayer-Lindenberg am Klavier und Andreas Wolf, wurde Erik Pasche, der selbst zeitlebens ein leidenschaftlicher Pianist war, im Audimax II verabschiedet.

Der renommierte Wissenschaftler war in der Nacht zum 1. Dezember an den Folgen eines Herzinfarktes gestorben. Mit Professor Pasche hat die TUHH einen überaus engagierten Hochschullehrer verloren, der sich in der Forschung auf dem Gebiet der Hydrodynamik wie auch in der Lehre große Verdienste erworben hat. Er genoss in Fachkreisen große Anerkennung und fand mit seinen Forschungen im Hochwasser-Risikomanagement sowie zu den Folgen des Klimawandels europaweit auch mediale Beachtung. 1998 folgte der promovierte Bauingenieur einem Ruf als Professor für Wasserbau an die TUHH. Zu seinen aktuellen Forschungsvorhaben gehörte unter anderem das Konsortium "Klimzug-Nord" (Anpassungsstrategien zum Klimawandel in der Metropolregion Hamburg), dessen wissenschaftlicher Koordinator er war. Im Mittelpunkt dieses aus 25 Institutionen bestehenden BMBF-Verbundprojektes steht die Entwicklung von Maßnahmen gegen die Folgen des Klimawandels. Engagiert wie in der Forschung zeigte sich Erik Pasche auch in der Lehre. Als Sprecher der Studiendekane bekleidete der Hochschullehrer das dritthöchste Amt an der TUHH.

Erik Pasche hatte eine Gastprofessur an der UNESCO-IHE Universität in Delft. Er war Vorstandsmitglied der Hafentechnischen Gesellschaft sowie Leiter mehrerer Arbeitsgruppen im Bundesverband der Ingenieure für Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft und Kulturbau und der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall. Als Vize-Chairman und deutscher Vertreter der so genannten COST-Initiative C22 - Urban Flood Management engagierte sich der Wahlhamburger international für den Klimaschutz.

Erik Pasche hat an der RWTH Aachen studiert und wurde dort "mit Auszeichnung" promoviert. Für seine Dissertation über "Turbulenzmechanismen in naturnahen Fließgewässern und ihre mathematische Modellierung" erhielt er 1984 die Borchers-Plakette für herausragende Forschung der RWTH Aachen. Anschließend forschte er als Stipendiat der NATO an der University of California, Davis. Vor seiner Rufannahme an die TUHH war der gebürtige Dresdner Mitgesellschafter eines Ingenieurbüros in Koblenz, die Björnsen Beratende Ingenieure GmbH, für die er als wissenschaftlicher Berater arbeitete. 2007/2008 wurde Prof. Dr.-Ing. Pasche als Visiting Fellow an der Royal Academy for Engineering University in London ausgezeichnet.

Auf seine Initiative wird im Juni 2012 die internationale Conference on Hydroinformatics zum ersten Mal in Hamburg stattfinden. Zu dieser zweijährig stattfindenden Konferenz werden mehr als 300 Experten auf dem Gebiet des Wasserbaus und Klimaschutzes erwartet.


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