Wirbelschichttechnik im Fokus akademischer Weiterbildung an der TUHH

08.11.2010

Seminarteilnehmer
Seminarteilnehmer
Foto: TUHH/Jupitz

Ob Pharmazeutika oder Lebensmittel, Energieträger oder Pflanzenschutzmittel - die Technik der Wirbelschicht hält zunehmend Einzug in Produktionsverfahren und steht vom 8. bis 10. November im Mittelpunkt eines akademischen Weiterbildungsangebots der TUHH. Zum dreitägigen Seminar unter Leitung von Professor Stefan Heinrich mit Referenten von der TUHH, der Otto von Guericke Universität Magdeburg und der TU München sowie der Industrie werden mehr als 40 Ingenieure, Pharmazeuten, Chemiker und Lebensmitteltechnologen erwartet. Auf Einladung der Forschungs-Gesellschaft Verfahrens-Technik e.V. werden die Experten Grundlagen und aktuelle Anwendungen in Trocknung, Granulation und Agglomeration der Wirbelschichttechnik thematisieren.

Beim Wirbelschichtverfahren werden feste Stoffe durch Zustrom heißer Gase aufgewirbelt und erhitzt. Dadurch verändern die ursprünglichen Feststoffe ihre Eigenschaften und entwickeln Eigenschaften wie sie typisch für Flüssigkeiten sind. Damit werden diese flexibler in ihrer Handhabung und vielseitiger in der Verwendung. Der Feuchtigkeitsgehalt, die Porengröße und die Löslichkeit wie auch die Zusammensetzung eines Stoffes sowie dessen Funktionalität können mit der Wirbelschicht-Technik beeinflusst werden.

Die Wirbelschichttechnik wird aufgrund ihrer intensiven Wärme-, Stoff- und Impulstransportverhältnisse und verfahrenstechnisch bedingten Vorteile, vor allem wegen der Möglichkeit der Kopplung von Trocknung, Formgebung beziehungsweise Feststofferzeugung, Homogenisierung sowie Klassierung in zunehmendem Maße als Verfahren genutzt. Klassische Einsatzgebiete der Wirbelschichttechnik sind die Energietechnik sowie die Lebensmittel- und Pharmaindustrie. Auch die Herstellung von Wasch- und Reinigungsmitteln in Form von Granulaten beruht auf diesem Verfahren. Weiterhin finden die mit der Wirbelschichttechnik erzeugten Partikel in der Produktion biologisch aktiver Pflanzenschutzmittel sowie als Katalysatoren für die biologische Erzeugung von Kunststoffen in der chemischen Industrie Verwendung.

Für eine Vielzahl dieser Feststoffprodukte ist die Überführung vom flüssigen in den festen Zustand der letzte Produktionsschritt. Dabei spielen die Staubfreiheit, Fließfähigkeit und Partikelgrößenverteilung zunehmend eine wichtige Rolle.

Im Kursus an der TUHH wird auf die Grundlagen und die Auslegung unterschiedlicher Wirbelschichtprozesse zur Wärmeübertragung, Trocknung, Granulation und Agglomeration von Partikeln eingegangen und praktische Hinweise sowie Beispiele für Berechnungen gegeben. Schwerpunkte bilden die Strömungsmechanik, die Vermischung, der Wärme- und Stoffübergang und die Partikelbildungsmechanismen. Auch aktuelle Anwendungen und neue Messmethoden werden vorgestellt.


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