Materialdesign auf atomarer Basis

Stefan Müller neuer Professor an der TU Hamburg-Harburg

13.10.2010

Prof.Dr. rer. nat. Stefan Müller
Prof. Dr. rer. nat. Stefan Müller
Foto: TUHH

Prof. Dr. rer. nat. Stefan Müller hat zum 1. Mai an der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TUHH) seinen Dienst als Professor für "Ab-initio statistische Thermodynamik und Molekulardynamik" am Institut für Keramische Hochleistungswerkstoffe angetreten. Der Diplomphysiker promovierte 1996 an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg bei Prof. Dr. Klaus Heinz mit einer Arbeit zur Strukturbestimmung von Metallfilm-Oberflächen mittels Elektronenbeugung. Nach einem Forschungsaufenthalt in Spanien ging er 1998 für zwei Jahre an das National Renewable Energy Laboratory in Golden, Colorado. Dort begann er in der Arbeitsgruppe von Dr. Alex Zunger auf der Basis so genannter Ab-initio-Methoden Materialeigenschaften kristalliner Metalllegierungen parameterfrei vorherzusagen. Nach der Rückkehr nach Erlangen habilitierte sich Müller Ende 2002 im Fach Physik mit einer Arbeit über atomare Ordnungsphänomene in Legierungssystemen. Diese wurde 2003 mit dem Emmy-Noether-Preis der dortigen Universität ausgezeichnet. Einer Gastprofessur an der Universität Wien sowie der Tätigkeit als Oberassistent am Lehrstuhl für Festkörperphysik folgte eine Lehrstuhlvertretung in Erlangen im Juni 2007 bis zum Wechsel an die TUHH.

Die methodischen Entwicklungen auf dem Gebiet der Materialmodellierung in Verbindung mit der rasanten Computer-Entwicklung der vergangenen Jahre machen es mittlerweile zumindest teilweise möglich, makroskopische Eigenschaften von Werkstoffen auf quantenmechanischer Basis quantitativ vorherzusagen. An der TUHH will Müller die Vision, Materialdesign ausgehend von den physikalischen Eigenschaften des Atoms zu realisieren, intensiv verfolgen. Seine Arbeitsgruppe betreibt dabei außer der Entwicklung und Anwendung derartiger Zugänge auch deren Kopplung im Sinne einer Multiskalenmodellierung von der atomaren bis hin zur Makroskala. Die Qualität der theoretischen Beschreibung hat dabei mittlerweile ein Niveau erreicht, welches einen quantitativen Vergleich mit dem Experiment gestattet. Insofern schaffen gerade die zahlreichen experimentellen Aktivitäten an der TUHH ein ideales Umfeld für seine wissenschaftlichen Aktivitäten. Seine Grundlagenforschung zielt direkt auf Anwendungen im Werkstoffbereich, wo Materialien mit völlig neuen Eigenschaften entstehen sollen.

Der gebürtige Mittelfranke hat während und nach seinem Studium eine mehr als zehnjährige Gesangsausbildung als Operntenor in Nürnberg absolviert. Mit seinem Wechsel nach Hamburg möchte der 43-Jährige gerne wieder musisch aktiv werden.

Prof. Dr. Stefan Müller ist verheiratet. Seine Ehefrau, die als Gymnasiallehrerin an einem bayerischen Gymnasium tätig ist, und die beiden Söhne im Alter von elf und sieben Jahren werden bis zum geplanten Umzug nach Hamburg in der mittelfränkischen Heimat bleiben.

Kontakt:

Institut für Keramische Hochleistungsstoffe
Prof. Dr. rer. nat. Stefan Müller
Tel. 040/42878-3137
stefan.mueller@tuhh.de


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