Strömungsmechanik für Mehrphasensysteme: Professor Michael Schlüter neuer Lehrstuhlinhaber

18.02.2010

Prof. Dr.-Ing. Michael Schlüter
Prof. Dr.-Ing. Michael Schlüter
Foto: TUHH / Roman Jupitz

Das Institut für Mehrphasenströmungen - ehemals "Strömungsmechanik" - wird morgen, Freitag, 19. Februar, 10 Uhr offiziell beginnen. Um 13 Uhrbeginnt der Festvortrag von Volker Hessel. Der Direktor des Instituts für Mikrotechnik in Mainz und Professor für "micro process engineering" der Eindhoven University of Technology spricht über "Möglichkeiten zur Verbesserung von Produktionsverfahren durch die Nutzung mikro-skaliger Effekte", einer der Forschungsschwerpunkte des Instituts für Mehrphasensysteme der TUHH. Prof. Dr.-Ing. Michael Schlüter hat dort seit vergangenem Oktober den Lehrstuhl "Strömungsmechanik in Mehrphasenströmungen" sowie und die Institutsleitung übernommen. Anlässlich der Einweihung werden mehr als 60 Gäste aus Wissenschaft und Wirtschaft im Technikum, Eißendorfer Straße 38, erwartet.

Prof. Dr.-Ing. Michael Schlüter forscht auf dem Gebiet der Strömungsmechanik für Mehrphasensysteme mit dem Ziel, Produktionsverfahren in der chemischen Industrie und Biotechnologie effizienter und nachhaltiger zu gestalten. Damit wird der Weg frei gemacht für neue Produkte. Schlüter ist Mitglied im renommierten Scientific Comitee der International Conference of Multiphase Flows. An der TUHH wird der 42-jährige Wissenschaftler auch ein neues Forschungszentrum etablieren und gemeinsam mit der Industrie die deutsche Kompetenz auf diesem Gebiet bündeln. Die bei Experimenten gewonnenen Daten über den Transport in Mehrphasenströmungen von der Makro- über die Meso- bis zur Mikroebene sollen dann erstmals systematisch gesammelt werden, um diese dann zur Validierung analytischer Modelle und numerischer Simulationen heranziehen zu können.

"Wir versprechen uns davon Verbesserungen in der Reduktion von Ressourcen sowie auch von Emissionen" sagt Schlüter. Um das große Potenzial der Nanotechnologie sowie die enormen Fortschritte in der Chemie und Biokatalyse besser für industrielle Zwecke nutzen zu können, müssten diese Transportprozesse in Mehrphasenströmungen aus Gasen, Flüssigkeiten und Feststoffen weiter optimiert werden."Häufig stellen diese Transportprozesse von der Grenzfläche in die kontinuierliche Phase, also exakt jene Stelle, an der sich zwei und mehr Stoffe - wie Gas und Flüssigkeit - berühren, die wesentliche Limitierung für chemische und biochemische Reaktionen dar".

An der TUHH wird der Fluidexperte in interdisziplinären Teams gleich zweier Forschungsschwerpunkte tätig sein: Integrierte Biotechnologie und Prozesstechnik sowie Umweltschonende Energie- und Umwelttechnik. Mit Wissenschaftlern aus der Thermodynamik und Thermofluidik, der Biotechnologie und Partikeltechnologie, der Prozess- und Anlagentechnik findet Schlüter gerade hier ein passendes Umfeld vor. Unter anderem durch seine Mitarbeit an einem DFG-Schwerpunktprogramm des "Centers of Smart Interfaces" der TU Darmstadt sowie seine Forschungsaufenthalte an der University of Florida verfügt der Fluidexperte auf seinem Gebiet über nationale und internationale Kontakte.

Michael Schlüter, 1967 in Stadthagen bei Hannover geboren, hat an der Universität Bremen Produktionstechnik mit dem Schwerpunkt Verfahrenstechnik studiert, 2002 dort promoviert und als Oberingenieur eine Arbeitsgruppe zur Erforschung lokaler Wechselwirkungen in Mehrphasenströmungen geleitet. In dieser Zeit hatte der promovierte Verfahrenstechniker verschiedene bildgebende Messverfahren zur Analyse von Transportprozessen in Mehrphasenströmungen entwickelt. Seitdem lässt sich der Weg, zum Beispiel eines gasförmigen Stoffes - wie Kohlensäure im Sekt - erstmals auf den Mikrometer genau über viele Meter hinweg exakt fotografisch erfassen und berechnen. Erforderlich sind diese Erkenntnisse zum Beispiel in der Chemieindustrie und der Biotechnologie zur Verbesserung der Produktion von Grundstoffen, die für die Herstellung von Kunststoffen und Treibstoffen sowie Lebensmitteln und Medikamenten benötigt werden.

Prof. Schlüter ist verheiratet und hat zwei Söhne im Alter von acht und 13 Jahren.


TUHH - Pressestelle

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