Katalysator für die Industrielle Biotechnologie im Norden: IBN wird Trägerverein

Gründung am 9. Dezember 2009

09.12.2009

Professor Garabed Antranikian
Professor Garabed Antranikian

Professor Garabed Antranikian ist heute einstimmig zum Vorsitzenden des Vereins Industrielle Biotechnologie Nord e.V. gewählt worden. "Die Industrielle Biotechnologie im Norden hat ein immenses Potenzial", sagte Antranikian. Sie leide jedoch noch unter einem "Visibilitätsproblem": Anders als im Süden Deutschlands werde im Norden der Begriff "Life Sciences" oft auf die medizinische Biotechnologie sowie die Medizintechnik reduziert, und die Weiße Biotechnologie nicht als eine eigenständige Disziplin der Life Sciences wahrgenommen. "Wir sind überzeugt davon, dass die Vereinsgründung der Industriellen Biotechnologie im Norden weitere Impulse geben wird", sagt der Träger des Deutschen Umweltpreises, Professor Antranikian. Er verweist auf die bundesweite Sichtbarkeit, die in kurzer Zeit die von der TUHH und TuTech initiierten Cluster BIOKATALYSE2021 und BIORAFFINERIE2021 bereits erreicht hätten.

"Mit den zukunftsträchtigen Themen wie der Synthetischen Biokatalyse möchten wir die Biotechnologie im Norden weiter stärken und auch speziell der Weißen Biotechnologie eine breite Lobby schaffen," sagte Dr. Helmut Thamer. Der Geschäftsführer der TUTech Innovation GmbH sowie Dr. Lutz Popper von der SternEnzym GmbH & Co. KG wurden auf der heutigen Gründungssitzung von den Gründungsmitgliedern zu Stellvertretern gewählt. Gründungsmitglieder sind die fünf norddeutschen Länderagenturen, Hochschulvertreter sowie im Cluster BIOKATALYSE2021 engagierte Unternehmen.

Schon im Jahr 2005 stellten die fünf nördlichen Bundesländer die Weichen für eine erfolgreiche Kooperation, um die im Bereich der Industriellen bzw. Weißen Biotechnologie vorhandenen Expertisen in Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Bremen und Niedersachsen zu bündeln und Synergien zu nutzen. Die Zusammenarbeit machte sich bereits bezahlt: Im Jahr 2007 hatte eine IBN-Expertengruppe das Clusterprojekt BIOKATALYSE2021 initiiert und damit den BMBF-Wettbwerb BioIndustrie 2021 gewonnen. Der im August 2009 gestartete IBN-Forschungsverbund BIORAFFINIERIER2021 wird im Rahmen des Programms BioEnergie durch das BMBF gefördert.

Mit der Gründung des IBN e.V. wird ein weiterer wichtiger Schritt getan, um die Aktivitäten insbesondere des Clusters BIOKATALYSE2021 auch nach dem Auslaufen der BMBF-Förderung in feste Strukturen zu überführen. Der Industrielle Biotechnologie Nord e.V. ist als Trägerverein für eine zu gründende IBN (g)GmbH vorgesehen. Auf der heutigen Gründungsveranstaltung wurde die IBN-Satzung verabschiedet und außerdem in den fünfköpfigen Vorstand als Beisitzer Sabine Thee, WTSH-Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH, und Katrin Rohland, BioCon Valley Mecklenburg-Vorpommern e.V. berufen.

Gründungsmitglieder sind:

  • BioCon Valley Mecklenburg-Vorpommern e.V.

  • BIS Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung mbH

  • Gottfried-Wilhelm-Leibniz Universität Hannover, Institut für Technische Chemie

  • WTSH - Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH

  • SternEnzym GmbH & Co. KG

  • Technische Universität Hamburg-Harburg

  • TuTech Innovation GmbH

Zweck des Vereins gemäß Satzung ist:

  • die Förderung der Grundlagen- und angewandten Forschung auf den Gebieten der industriellen Biotechnologie und verwandter Bereiche insbesondere in den Technologiefeldern Screening und Enzymoptimierung, Biokatalyse, Prozessentwicklung und Aufarbeitung, Bioverfahrenstechnik, Technische Mikrobiologie, Bioraffinerie sowie Technische Biosynthese

  • die Vernetzung der wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Aktivitäten auf dem Gebiet der industriellen Biotechnologie in Norddeutschland

  • die Promotion der IBN und ihrer Mitglieder gegenüber Politik und Förderinstitutionen auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene

  • die Initiierung und Unterstützung von Kooperationsprojekten zwischen Wissenschaft und Wirtschaft

  • die Förderung der Weiterbildung von wissenschaftlichen Fachkräften auf dem Tätigkeitsgebiet des Vereins.


Infos: http://www.ibnord.de/ und http://www.biokatalyse2021.de/


TUHH - Pressestelle

Fax: +49 40 428 78 2366