Wo alle und keiner ein Recht auf Vorfahrt hat - Die Gemeinschaftsstraße als neue Form der Verkehrsberuhigung

19.06.2009

Vortrag von TUHH-Professor Carsten Gertz

Die sogenannte Gemeinschaftsstraße steht im Mittelpunkt einer Veranstaltung am Montag, 22. Juni, Beginn 18 Uhr, an der TUHH. Hintergrund: Die Bezirke in Hamburg sind aufgefordert, Konzepte für "Gemeinschaftsstraßen" (Share-Space-Bereich) zu entwickeln, die die Aufhebung der Trennung von Fahrbahn und Gehweg vorsehen.Unter der Frage "Was lässt sich aus der Geschichte der Verkehrsberuhigung für die aktuelle Shared-Space"-Diskusssion lernen?" wird der Verkehrsexperte Prof. Dr. Carsten Gertz von der TU Hamburg-Harburg die Parallelen zu verkehrsberuhigenden Maßnahmen der 90er-Jahre aufzeigen, und Staatsrat Dr. Hugo Winters die Sicht der Umweltbehörde zu diesem in Holland vielfach umgesetzten Konzept vorstellen. Die Veranstaltung "Das Shared-Space-Konzept - zwischen Wissenschaft und Praxis" findet im Raum 2022 im Gebäude D der Schwarzenbergstraße 95 und auf Einladung des Jungen Forums der Deutschen Verkehrswissenschaftlichen Gesellschaft e.V. in Hamburg sowie die Universität Hamburg und der TUHH statt.

Hamburg stellt in diesem Jahr 3,5 Millionen Euro für die Umwandlung in "Gemeinschaftsstraßen" zur Verfügung, in denen Fahrbahn und Gehweg aufgehoben sind und der Verkehr durch die gegenseitige Rücksichtnahme der Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger geregelt werden soll. Die "Gemeinschaftsstraße" ist in der Regel nicht länger als 400 Meter, hat keine Parkplätze und verzichtet auf Ampeln und Verkehrsschilder. Mit diesem Maßnahmen soll der Verkehr sicherer und die Straße als Lebensraum eine neue Qualität erhalten. In Hamburg sind zurzeit die Osterstraße im Bezirk Eimsbüttel sowie die Lange Reihe im Bezirk-Mitte als Gemeinschaftsstraßen in der Diskussion. Zu den Kritikern des Konzepts zählt der ADAC, der zunächst zu Pilotprojekten am Stadtrand.

Institut für Verkehrsplanung und Logistik
Prof. Carsten Gertz
Tel. 040/ 42878-3518
E-Mail: gertz@tuhh.de


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