Ringvorlesung "Energie 2020": Klimakiller oder Hoffnungsträger - Fluch und Segen der Kohle

05.01.2009

Das Braunkohlekraftwerk "Schwarze Pumpe" in der Nähe von Cottbus.
Das Braunkohlekraftwerk "Schwarze Pumpe" in der Nähe von Cottbus.

Ein Viertel des deutschen Stroms kommt aus dem fossilen Rohstoff Kohle. Braunkohle besitzt Deutschland reichlich; für 428 Jahre könnten seine Reserven genügen, doch wie kein anderer Energierohstoff trägt die Verbrennung von Kohle zum Klimawandel bei. Darüber sprechen die Professoren Jörg Kruhl von der E.ON Energie AG München sowie Frank. R. Schilling vom Deutschen Geoforschungszentrum (GFZ) in Potsdam im Rahmen der Ringvorlesung "Energie 2020" am Mittwoch, 7. Januar, 18 Uhr, in der Technischen Universität Hamburg-Harburg. Anschließend stellen sich die Wissenschaftler im Audimax 1, Schwarzenbergstraße 95 (H) den Fragen der Zuhörer.

Prof. Dr. Jörg Kruhl ist im E.ON Energie Konzern für die strategische Ausrichtung der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten verantwortlich. In seinem Vortrag widmet er sich der Frage, wie die europäische Stromversorgung in Zukunft aussehen, und welchen Beitrag diese zur Reduktion der CO2-Emissionen leisten kann. Er lenkt den Blick auf die Rolle fossiler Kraftwerke und informiert über Umweltschutzmaßnahmen, die in diesen Anlagen realisiert werden können.

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Diese Bildanimation zeigt die Geologie unterhalb der Plattform "Sleipner" zur Förderung von Erdgas (blau) an der Westküste Norwegens , in die CO2 (grün) eingebracht wird. Quelle: StatoilHydro

Prof. D. Frank R. Schilling beschäftigt sich als Geowissenschaftler mit der Frage, ob die Speicherung von Kohlendioxyd in tiefen salzwasserführenden Gesteinsschichten möglich ist. In diesem Fall könnten größere Mengen des Treibhausgases CO2 aus Kraftwerken im Untergrund gespeichert werden. Schilling führt die Sektion Umweltgeotechnik am Deutschen Geoforschungszentrum Potsdam und leitet das "CO2-Sink Projekt" - das erste Kohlendioxyd-Speicherprojekt im Untergrund. "Wenn wir die meisten Klimaszenarien betrachten, müssen wir davon ausgehen, dass wir relativ schnell unsere CO2-Emmissionen drastisch reduzieren müssen. Da gibt es eine ganze Reihe von Möglichkeiten und eine der leistungsfähigsten ist eine Speicherung im Untergrund."

Im sechsten Teil der Ringvorlesung am Mittwoch, 21. Januar, spricht Dr. Frank Seyfried, Leiter der Abteilung Brennstoffzelle und Kraftstoffe der Volkswagen AG, über das Thema "CO2-Minderung im Straßenverkehr". Konkrete Tipps für energiesparendes Haushalten sowie Informationen über neue Technologien zur effizienten Nutzung von Energie in Haushalten, Gewerbe und Industrie gibt es am 4. Februar auf der letzten Vortragsveranstaltung im Rahmen der TUHH-Ringvorlesung "Energie 2020".

Die Öffentlichkeit ist eingeladen.
Der Eintritt ist frei.


TUHH - Pressestelle

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