Ringvorlesung "Nachhaltigkeit und Innovation am Beispiel der Biotechnologie"

26.11.1997




Die Technische Universität Hamburg-Harburg (TUHH) lädt ihre
Mitglieder und alle interessierten Bürgerinnen und Bürger zu
der Ringvorlesung "Nachhaltigkeit und Innovation am Beispiel der
Biotechnologie" ein. Der nächste Vortrag findet statt am Montag,
1. Dezember um 17.00 Uhr im Raum 0506 in der Denickestraße
15. Erwartet wird Dr. Gabriele E. Sachse, BioAlliance,
Frankfurt, zum Thema "Gentechnik bei der
Lebensmittelherstellung". Der Eintritt ist frei.

Dr. Gabriele Sachse promovierte 1989 am Institut für Biochemie der
TH Darmstadt. Sie war bis 1995 dort Lehrbeauftragte. 1993 war Gabriele
Sachse Mitgründerin der Biotechnology Research and Information
Network (BRAIN) GmbH und Geschäftsführerin. 1996 erfolgte die
Gründung des wissenschaftlichen Beratungsunternehmens BioLinx.

Zum Vortrag:

Die Gentechnik hat schon lange Einzug in die Lebensmittelproduktion
gehalten. Seit 15 Jahren werden zunehmend gentechnische Methoden zur
Optimierung von Mikroorganismen (MO) für die
Lebensmittelproduktion und zur Züchtung von Nutzpflanzen
eingesetzt. Heute wird bereits eine Vielzahl von Lebensmittelzutaten
mit Hilfe von Enzymen produziert, die nicht mehr aus konventionell,
sondern aus gentechnisch veränderten Mikroorganismen stammen. Die
meisten Stärkeabbauprodukte zählen beispielsweise dazu.
Enzyme und niedermolekulare Stoffwechselprodukte von GVO wie Vitamine,
Aromen, Aminosäure-Derivate oder Genußsäuren werden
Lebensmitteln auch direkt zugestzt. Seit wenigen Jahren sind in England
gentechnisch veränderte Mikroorganismen selbst in
Fermentationsprozessen von Nahrungsmitteln zugelassen. (Hefen bei der
Backwaren- und Biererzeugung), aufgrund mangelnder Verbraucherakzeptanz
werden sie allerdings noch nicht kommerziell eingesetzt. In der
Pflanzenzucht ist die Erzeugung transgener Mono- und Dicotyledonen
(ein- und zweikeimblättriger Pflanzen) ebenfalls bis zur
Marktreife vorangeschritten (z.B. Tomate, Soja, Mais, Raps). Die Ziele
der Pflanzenzüchter haben sich durch den Einsatz der neuen
Methoden nicht verändert; sie sind auf agronomische (Resistenz
gegen Herbizide, Schädlinge, abiotischen Streß) und
qualitative Merkmale (z.B. veränderte Fett-, Protein-,
Kohlenhydratzusammensetzung, Toxingehalt, Farbe, oder Haltbarkeit von
Früchten) ausgerichtet.


TUHH - Public Relations Office
Ingrid Holst
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