Antwort der TUHH: Raumplanung und Architektur

21.05.1997


Stellungnahme der TUHH zur Begutachtung
der Struktur des hamburgischen Studienangebotes im Bereich Architektur
und Stadtplanung („Kossak-Gutachten")


Nach vorläufiger Prüfung des Gutachtens
der „Kommission zur Begutachtung der Struktur des hamburgischen
Studienangebotes im Bereich Architektur und Stadtplanung"
teilt die Technische Universität Hamburg-Harburg mit:


Das Gutachten der „Kossak-Kommission"
widerspiegelt grundsätzlich eine Begrenzung der Sicht der
Stadt auf Visualisierung. Es berücksichtigt nicht das Geflecht
zwischen der Stadt, den Menschen und der Arbeit.

Das Gutachten zeigt konstruktive Ansatzpunkte,
wenn auch die Aktivitäten der TUHH sowie die fachlichen Besonderheiten
des Studienganges Städtebau/Stadtplanung nicht richtig erkannt
wurden. Der Studiengang Städtebau/Stadtplanung ist kein Bestandteil
der Architekturausbildung in Hamburg, sondern eine eigenständige
wissenschaftliche Disziplin. In diesem Fach wird eine ganzheitliche
Sicht des Geflechtes von dem Planen und dem Bauen in Städten
gelehrt.

Ausgehend von dem Gutachten und nach kritischer
Überprüfung der dort getroffenen Aussagen erarbeitet
die TUHH zur Zeit ein Modell für einen grundständigen
Studiengang, der einerseits die gegeben Schwächen des alleinstehenden
Studiengangs Städtebau/Stadtplanung ausgleichen soll und
andererseits einen zukunftsträchtigen Studiengang Architektur
ermöglicht. Dabei werden u.a. die Lehr- und Forschungskapazitäten
aus den Bereichen Bauingenieurwesen, Verkehrssystemtechnik und
Städtebau/Stadtplanung gebündelt. In diesem integrativen
Modell wird ein von dem Gutachten richtig benannter Mangel der
Ausbildung beseitigt: Das Konzept der TUHH sieht vor, einen modularen
Studiengang an der TUHH einzurichten. Vorgesehen ist ein
grundständiges Studium mit zwei eigenständigen Vertiefungsrichtungen
mit dem Abschluß Raumplanung und Architektur, wobei
noch offen ist, an welcher Hochschule der Architektur-Abschluß
angeboten wird.

Der Vorteil eines solchen Modells liegt in
der Nutzung bereits vorhandener Ressourcen an der TUHH (Bauingenieurwesen,
Verkehrssystemtechnik, Städtebau/Stadtplanung) und ist sowohl
hinsichtlich der Kosten als auch der Effizienz eine konsequente
Fortentwicklung auf der Grundlagen des Gutachtens.



Eine Verlagerung der Ressourcen des Studiengangs
Städtebau/Stadtplanung ist für die TUHH nicht akzeptabel.
Dieses würde für die TUHH zu einer Einbuße entscheidender
Forschungs- und Lehrkapazitäten führen und insbesondere
die Technische Universität auf eine Technische Hochschule
ohne den Aspekt einer gewissen Universalität reduzieren.


TUHH - Public Relations Office
Ingrid Holst
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