Verbundwerkstoffe und Werkstoffverbunde - Tagung vom 5. bis 7. Oktober an der TUHH

04.10.1999

Auf dem Gebiet der Verbundwerkstoffe und Werkstoffverbunde werden zur Zeit faszinierende neue Entwicklungen umgesetzt. Die Herstellung von Blattfedern aus nachwachsenden Rohstoffen, und zwar nicht nur für automobile Anwendungen, oder der Einsatz von Teilen aus Metall-Keramik-Verbundwerkstoffen in Bremssystemen sind Beispiele für innovative Anwendungen.

Die Veranstalter, der Gemeinschaftsausschuß Verbundwerkstoffe (GAV), erwartet rund 200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Gastgeber ist in diesem Jahr die Technische Universität Hamburg-Harburg (TUHH). Gemeinsam mit dem GKSS Forschungszentrum in Geesthacht wird an der TUHH im Rahmen des Sonderforschungsbereiches "Mikromechanik mehrphasiger Werkstoffe", die Wechselwirkung zwischen den Komponenten von Verbundwerkstoffen und Werkstoffverbunden intensiv untersucht. Die Forschungen beschäftigen sich mit polymeren, metallischen und keramischen Werkstoffen. Deshalb berücksichtigt diese Tagung alle drei Werkstoffgruppen.

Während in der vergangenen Dekade die Verbundwerkstoffe hauptsächlich in der Luft- und Raumfahrt und für Sportartikel Anwendung fanden, zeichnet sich ab, dass mit dem Übergang in das nächste Jahrtausend die Faserverbundwerkstoffe sich auch für allgemeine industrielle Anwendungen durchgesetzt haben. Das Wachstum in der Anwendung von Faserverbundwerkstoffen liegt im industriellen Bereich weit über dem der Luft- und Raumfahrt. Noch vor 10 Jahren war der Bereich der Luft- und Raumfahrt der Hauptabnehmer der Hochleistungskohlenstofffasern. Heute geht mehr als 50 % der Produktion in industrienahe Anwendungen. Dies drückt sich auch in den Schwerpunkten dieser Veranstaltung aus. So wird den Bereichen der Verkehrstechnik, der Mikroelektronik und den Funktionswerkstoffen ein besonders breiter zeitlicher Rahmen zur Verfügung gestellt. Die Multifunktionswerkstoffe, für die sich die Faserverbundwerkstoffe besonders eignen, werden in Fachbeiträge und Plenarvorträge behandelt.

Die Tagung findet zum 12. Mal statt. Nachdem die Tagung 20 Jahre lang traditionell in Konstanz am Bodensee stattfand, wurde 1992 nach der Wiedervereinigung erstmals die Tagung in den neuen Bundesländern veranstaltet. Veranstaltungsort war Chemnitz. Seit dieser Zeit findet die Tagung regelmäßig alle 2 Jahre an verschiedenen Orten der Bundesrepublik statt. 1995 war der Veranstaltungsort Bayreuth und 1997 Kaiserslautern. Entsprechend der Tradition dieser Veranstaltung wird auch dieses Mal die Entwicklung auf dem Gebiet der Verbundwerkstoffe und Werkstoffverbunde werkstoffübergreifend, d. h. polymere, metallische und keramische Matrixsysteme berücksichtigend, wissenschaftlich diskutiert.


Informationen:
Prof. Dr.-Ing. Karl Schulte,
Tel. 040/42878-3138
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