Preis der Metall- und Elektroindustrie 2001

27.11.2001

Preisträgerin 2001: Dr.-Ing. Mareike Wendt
Preisträgerin 2001: Dr.-Ing. Mareike Wendt

Arbeitgeberverband NORDMETALL:

Preis der Metall- und Elektro-Industrie 2001 verliehen


Mit dem Preis der Metall- und Elektro-Industrie (M+E) 2001 des Arbeitgeberverbandes NORDMETALL wurde am Dienstag, dem 27.11.2001, eine Absolventin der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TUHH) ausgezeichnet. Der jährlich mit 10.000 DM dotierte Preis wurde 1986 vom Arbeitgeberverband NORDMETALL mit dem Ziel gestiftet, wissenschaftlich hervorragende und durch ihre Anwendungs- und Praxisnähe ausgewiesene Diplom- und Doktorarbeiten von Absolventen der TU Hamburg-Harburg auszuzeichnen.


Frau Dr.-Ing. Mareike Wendt erhält die Auszeichnung für ihre Dissertation "Zur nichtlinearen Dynamik des Kenterns intakter Schiffe im Seegang".


Der Preis der Metall- und Elektro-Industrie ist ein Zeugnis und Zeichen guter Zusammenarbeit zwischen der TUHH, der regionalen Wirtschaft und dem Arbeitgeberverband NORDMDETALL - beispielgebend auch für andere wissenschaftliche Einrichtungen und Industrieverbände.


"Durch diese Preisverleihung setzt NORDMETALL ein Zeichen, wie wichtig die enge Zusammenarbeit der Universitäten mit der Industrie für unsere Wirtschaft ist. Im Rahmen der Globalisierung von Märkten ist das Exportland Deutschland zunehmend bestrebt, innovative Produkte herzustellen, die an vorderster Stelle technischer Entwicklungen stehen. Aufgrund der hohen Lohn- und Gehaltskosten in Deutschland ist die Industrie darauf angewiesen , ihren Konkurrenten stets eine Nasenlänge voraus zu sein," meint Dirk Obenaus, Vorstandsmitglied von NORDMETALL, in seinen Grußworten.

Feierliche Preisverleihung: v.l.n.r. Dirk Obenaus, Präsident Prof. Nedeß, Prof. Lahnstein, Mareike Wendt, Dr. Klischan (NORDMETALL)
Feierliche Preisverleihung: v.l.n.r. Dirk Obenaus, Präsident Prof. Nedeß, Prof. Lahnstein, Mareike Wendt, Dr. Klischan (NORDMETALL)


"Die Technische Universität Hamburg-Harburg pflegt gute Kontakte zu den Verbänden und Vereinen zwecks Intensivierung der Verbindung von Wissenschaft und Wirtschaft. Beide brauchen einander. Der Preis der Metall- und Elektro-Industrie ist ein sichtbares Zeichen dafür", betonte der Präsident der TUHH, Professor Dr.-Ing. Christian Nedeß.


Den Festvortrag im Rahmen der feierlichen Preisverleihung hielt Prof. Manfred Lahnstein, Bundesminister für Finanzen a.D., zum Thema "Die Globalisierung und ihre Kritiker".


Die Laudatio auf die Preisträgerin hielt Prof. Dr.-Ing. Edwin Kreuzer.


Die Verleihung des Preises erfolgte durch Dr. Thomas Klischan, Vorsitzender des Kuratoriums und Hauptgeschäftsführer von NORDMETALL.


Dr.-Ing. Mareike Wendt und ihre Dissertation:


"Zur nichtlinearen Dynamik des Kenterns intakter Schiffe im Seegang"


In der Arbeit wird ein Beitrag vorgelegt, wie die Stabilität von Schiffsbewegungen im Seegang systematisch untersucht werden kann.


Bisher wird die Sicherheit des intakten Schiffs gegen Kentern hauptsächlich durch die Berechnung der statistischen Kräfte abhängig vom Neigungswinkel und vom Beladungszustand nachgewiesen. Hohe Wellen haben aber einen entscheidenden Einfluss. Simulationsmodelle mit Berücksichtigung der dynamischen Kräfte werden in der Praxis bisher nicht genutzt, da die Auswertungszeit zu lang ist. Daher wird in dieser Arbeit ein neuer Weg gezeigt und eine Auswertungsmethode aus der Nichtlinearen Dynamik erstmalig eingeführt und untersucht. Besonders geeignet für komplexe Modelle ist die lokale Verzweigungsanalyse. Damit können Stabilitätsgrenzen von Bewegungsformen gezielt bestimmt werden. Für die Analyse der Schiffsstabilität wurde ein mathematisches Modell zur Beschreibung von Schiffsbewegungen ausgewählt. Besonderes Merkmal ist, dass sowohl hydrostatische als auch hydrodynamische Kräfte für große Bewegungen berechnet werden. Weiterhin werden noch zusätzliche Kräfte, wie z. B. Propeller- und Ruderkräfte berücksichtigt.


Es wird ein Verfahren vorgestellt, mit dem systematisch nach Systemparametern gesucht werden kann, die für das Kentern kritisch sind. Das Verfahren kann auch auf die Beschreibung mit Zustandsmodellen für die hydrodynamischen Kräfte an allen Spanten erweitert werden. Damit kann dann der kritische Parameterbereich eines jeden Schiffs bestimmt werden, so dass die Stabilitätsgrenzen in ein Bordrechner-System eingegeben werden können und ein Frühwarnsystem aufgebaut werden kann. Um die Abhängigkeit des Systems von mehreren Parametern gleichzeitig zu untersuchen, ist die Anwendung von erweiterten Verzweigungsgleichungen denkbar.



TUHH - Public Relations Office
Ingrid Holst
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