Arbeitgeberverband NORDMETALL:

02.11.2004

Freude über die Auszeichnung ( v.l.n.r.) Dr. Klischan (Hauptgeschäftsführer von NORDMETALL,  Alexander Mora-Sanchez M.Sc. (28), Dr.-Ing. Michael Hoeft (32)
Freude über die Auszeichnung ( v.l.n.r.) Dr. Klischan (Hauptgeschäftsführer von NORDMETALL, Alexander Mora-Sanchez M.Sc. (28), Dr.-Ing. Michael Hoeft (32)

Mit dem Preis der Metall- und Elektro-Industrie 2004 des Arbeitgeberverbandes Nordmetall wurden am Dienstag, 2. November, zwei Absolventen der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TUHH) ausgezeichnet. Alexander Mora- Sanchez (29) erhielt den Preis für seine Master-Arbeit über die Entwicklung eines neuen Filterkonzepts für medizinische Geräte.
Michael Höft (32) wurde für seine Dissertation über grundlegende Fragen zu Schaltungen im Hochfrequenzbereich ausgezeichnet.
Mit dem Preis der Metall- und Elektroindustrie wird die Praxisnähe herausragender wissenschaftlicher Arbeiten gewürdigt. Der Preis ist mit 6000 Euro dotiert und wird seit 1987 verliehen.

Den Festvortrag im Rahmen der feierlichen Preisverleihung hielt Gerhard Puttfarcken. Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Airbus Deutschland GmbH sprach über die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft in einer globalisierten Welt.

"Nordmetall ist ein verlässlicher Partner der TUHH", sagte der Präsident der TUHH, Prof. Dr.-Ing. Dr. h. c. Christian Nedeß. Das Engagement der Metall- und Elektro-Industrie - bezüglich der Bereitstellung von Know-how sowie von Mitteln - erlaube der TUHH, die gewünschte Flexibilität entsprechend nationaler und internationaler Gegebenheiten. Der Nordmetall-Preis für den ingenieurwissenschaftlichen Nachwuchs sei ein sichtbares Zeichen für diese gewachsene und auf einem festen Fundament stehende Kooperation zwischen Forschung und Praxis.

"Wir müssen neue Kriterien zur Erhaltung unserer Wettbewerbsfähigkeit definieren, die Stärke dokumentieren, " sagte Wolfgang Würst, Vorstandsvorsitzender des Arbeitgeberverbandes Nordmetall. Eine hohe Arbeitsproduktivität zähle ebenso dazu wie eine Technologieorientierung. Notwendig sei außerdem eine staatliche Politik, die es verstünde, Forschung und Entwicklung sowie das Know-how der Mitarbeiter und das Zukunftsmanagement zu bündeln. Mit dem Preis der Metall- und Elektroindustrie wolle der Verband junge Talente fördern. "Denn wir brauchen dringend gute Ingenieure", sagte Würst.

Die Laudationes auf die Preisträger hielten Dr. habil. Dietmar Schröder und Professor Dr. Klaus Schünemann. Die Verleihung des Preises nahm der Vorsitzende des NORDMETALL-Kuratoriums, Dr. Thomas Klischan, vor.



Die Preisträger und ihre Arbeiten:

Alexander Mora-Sanchez

In seiner Master-Arbeit ("Low -power Decimation Filter for a Multichannel Biomedical Data Acquisition Chip") optimierte Mora-Sanchez elektronische Filterschaltungen und reduzierte dadurch den Stromverbrauch. Dieser Filter ist Bestandteil eines Chips, der in medizinischen Geräten zum Einsatz kommt. Herzkranke Patienten können damit in die Lage versetzt werden, zu Hause ein Elektrokardiogramm (EKG) durchzuführen und ihre Herzströme zu messen. Der an der TUHH entwickelte Chip ist die Basis einer sich bereits in der Entwicklung befindlichen neuen Geräte-Generation.


Michael Höft

In seiner Dissertation ("Ein Beitrag zur quasi-optischen Leistungsaddition mit periodischen Strukturen") thematisierte Höft grundlegende Fragen des Aufbaues von Schaltungen der Hochfrequenztechnik in dem noch nicht erschlossenen Frequenzbereich der Submillimeterwellen. Dabei gelang dem Nachwuchswissenschaftler eine überraschende Entdeckung: Er stellte fest, dass hinter der ursprünglichen und bekannten Idee des Aufbaus dieser Schaltungen ein tiefes physikalisches Prinzip steht (Talbot-Effekt). Auf dieser Basis entwickelte er theoretisch eine Reihe von Alternativen. Seine Forschung wird es ermöglichen, in näherer Zukunft aufwendige Röhrenschaltungen durch viele einzelne Halbleiterquellen zu ersetzen. Aufgrund dieser Ergebnisse werden viele preiswerte Strahlenquellen durch eine Art Linsen- und Spiegelsystem zu einem großen Strahler zusammengeführt werden können.
Generell eröffnet der Preisträger damit neue Möglichkeiten der Anwendung der Hochfrequenztechnik u. a. in der Klimaforschung, der Umweltanalytik, im Radarwesen. So werden beispielsweise neue Messmittel für längerfristige Wettervorhersagen - von heute noch zwei - auf bis zu sechs Tage bereit gestellt.




TUHH - Public Relations Office
Ingrid Holst
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