Stellungnahme des Hochschulrates der TUHH zur Gründung einer Hamburger "Bauhochschule"

10.11.2004

Der Hochschulrat der TUHH begrüßt die Konzentration und Stärkung der Architektur­ausbildung auf hohem wissenschaftlichen und künstlerischem Niveau, die mit der Gründung einer neuen universitären Einrichtung in der Hafencity einhergehen soll. Er bedauert jedoch, dass dieses Projekt mit der Gründung einer neuen Hochschule mit allen damit verbundenen Kosten einhergeht, die von der TUHH und den gleichfalls beteiligten Hochschulen für Bildende Künste sowie für Angewandte Wissenschaften zu tragen sein werden. Leider hat das Angebot der TUHH, die neue School unter ihrem Dach als Fakultät zu führen, keinen Eingang in das Eckpunkte-Papier gefunden.

Mit Sorge betrachtet der Hochschulrat die noch unklare zukünftige Aufgaben­verteilung im Bereich Bauingenieurwesen. Universitäre Ausbildungsgänge im Bauingenieurwesen an der neuen "School" und an der TUHH würden eine Doppelung gleichartiger Aktivitäten und nicht deren Bündelung bedeuten. Vor dem Hintergrund des für eine Technische Universität unverzichtbaren Studiengangs "Bauingenieurwesen" und der 20jährigen erfolgreichen Geschichte dieses Studiengangs an der TUHH - nicht zuletzt dokumentiert durch die jüngsten Ergebnisse des CHE Rankings - weist der Hochschulrat mit Nachdruck darauf hin, dass die universitäre Ausbildung im Bauingenieurwesen in Hamburg allein in der Verantwortung der TUHH bleiben sollte. Dementsprechend sollte sich die neue "School" darauf beschränken, alle für die Architektenausbildung notwendigen Fächer des Bauingenieurwesens zu vermitteln und einen BA. Eng. im Bauingenieurwesen anzubieten.

Als einen Beitrag zur Positionierung und Klärung der Verantwortlichkeiten der beiden Hochschulen bitten wir Sie, für die neue Einrichtung - abweichend von dem bisherigen Arbeitstitel - den Namen "Hochschule für Architektur" vorzusehen.

Die mit diesen Feststellungen angedeutete Abgrenzungsproblematik verdeutlicht allerdings auch, dass die von der TUHH angebotene Lösung einer Fakultät unter dem Dach der TUHH nicht nur wirtschaftliche, sondern gerade auch inhaltliche Vorteile aufweist.

Hamburg, den 01.11.2004


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