GTW-Herbstkonferenzen zur Informatisierung von Arbeit, Technik und Bildung

06.10.2004

Vom Elektroinstallateur zum Elektroniker für Gebäude- und Infrastruktursysteme, vom Automechaniker zum Kraftfahrzeugmechatroniker: Der Wandel der Arbeit in einer informatisierten Berufswelt, der sich nicht zuletzt in neuen Berufsbezeichnungen widerspiegelt, steht im Mittelpunkt der heute an der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TUHH) eröffneten Herbstkonferenzen der Gewerblich-Technischen Berufsbildung. An drei Tagen werden mehr als 200 Konferenzteilnehmer aus Deutschland und weiteren EU-Staaten über aktuelle Entwicklungen des beruflichen Lernens diskutieren. Experten aus den Bereichen der Arbeitswissenschaften sowie der Psychologie, der Pädagogik und des Personalmanagements erörtern in mehr als 70 Beiträgen aus der Forschung und innovativen Praxis die veränderten Inhalte sowie die zukünftige Finanzierung der beruflichen Bildung. Themenfelder sind die "Informatisierung und Virtualisierung von berufs- und berufsfeldspezifischen Arbeitssystemen" sowie die "Informatisierung als Vernetzung von Arbeit und Technik" und: "Wissen und Können, Lernen und Qualifizieren."

Die Herbstkonferenzen setzten sich aus drei Veranstaltungen zusammen:
- der GTW- Herbstkonferenz (Gewerblich-Technische Wissenschaften und Ihre Didaktiken),
- der internationalen Konferenz der UNEVOC (International Centre for Technical and Vocational Education and Training) sowie
- der Tagung der Bundesarbeitsgemeinschaften für Berufsbildung (BAG).

Im Mittelpunkt der heute eröffneten und bis Mittwoch dauernden GTW-Herbstkonferenz stehen die Informatisierung von Arbeit, Technik und Bildung und die veränderten Qualifikationsanforderungen sowie die neuen beruflichen Kompetenzen. "Wirtschaft, Industrie und Handwerk verlangen zunehmend nach Fachkräften, die der Informatisierung und Vernetzung von Arbeit und Technik entsprechen", sagt Prof.- Dr. Joseph Pangalos, Leiter des Arbeitsbereiches "Prozesstechnik und Berufliche Bildung" an der TUHH und Chairman der Herbstkonferenzen. So müsse der KFZ-Mechatroniker vor allem in der Lage sein, eigenständig und schnell Wege zum Wissen zu finden. Der Umfang der Anleitungen zur Reparatur eines PKW sei rasant angewachsen und betrage beispielsweise für einen Mittelklassewagen 14 000 Seiten gegenüber 600 Seiten in den 70er-Jahren. Diese Tatsache und die sich in rasantem Tempo vollziehende Weiterentwicklung der Technik mache ein Lernen im herkömmlichen Sinne unmöglich.

Parallel zum zweiten Tag der GTW-Herbstkonferenz findet die internationale Konferenz der UNEVOC statt. Ziel ist die Förderung der beruflichen Bildung in den 189 Mitgliedsstaaten der UNESCO, speziell werden Entwicklungsländer bei der Optimierung ihrer beruflichen Bildungssysteme unterstützt. Die Konferenz richtet sich an ein englischsprachiges Publikum und zeigt Perspektiven der Professionalisierung und Ausbildung von Lehrern im berufsbildenden Bereich auf.

Den Abschluss der Herbstkonferenzen bildet die BAG-Herbsttagung für die Fachrichtungen Bautechnik, Elektrotechnik und Metalltechnik. Kernthemen hier sind die "Selbständigkeit beruflicher Schulen" sowie "Die arbeitsorientierte Wende in der beruflichen Bildung und Umsetzung der neuen Ordnungsmittel". Hintergrund: Berufsschulen stehen zunehmend vor der großen Herausforderung, eigenständig die Qualität Ihrer Angebote und orientiert am Bildungsmarkt zu optimieren, sich curricular zu profilieren und die Nutzung ihrer Ressourcen zu verbessern. Entscheidungsträger aus Politik und Wissenschaft werden auf der Tagung mit Berufspädagogen und dualen Partnern tragfähige Konzepte für eine Berufsschule neuen Typs beraten.

Zwei Zahlen aus der Berufsschulwelt: 24 900 junge Menschen besuchen in der Freien und Hansestadt Hamburg die Berufschulen und werden von 1270 Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet.

Für Rückfragen:
Prof. Joseph Pangalos
040 / 428 78-37 19


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