"Großes Lob für das Erreichte“: DFG bewertet Umsetzung und Nutzung des Projekts Hexapod an der TUHH

30.11.2016

Der Hexapod
Der Hexapod
Foto: TUHH

Einmalig, interdisziplinär, international: Einer Ausschreibung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) folgend erhielt die Technische Universität Hamburg (TUHH) im Jahr 2009 die Mittel für Entwicklung und Bau eines Großgeräts zur „produktnahen Prüfung von Leichtbauentwicklungen“. Zwei Jahre später wurden mit dem sogenannten Hexapod bereits erste Ergebnisse produziert – ein Fakt, der die DFG schon damals beeindruckte. Nun wurde der Abschlussbericht der TUHH begutachtet und ausnehmend positiv von der DFG bewertet. Dies sind die wichtigsten Kommentare:

DFG: „Die Prüfeinrichtung hat schon bei der Antragsstellung durch ihre Einmaligkeit überzeugt“

Der Hexapod ist ein selbstkreierter Prüfstand mit sechs hydraulischen Zylindern und einer Höhe von rund drei Metern, der Kräfte von bis zu 500 Kilonewton aufbringen kann. Das entspricht einem Gewicht von etwa 51 Tonnen – oder 51 Kleinwagen. Das Besondere daran: Die runde Plattform kann multiaxial in den drei Raumrichtungen sowie um jede Achse bewegt werden. Sensoren messen, welche Kräfte und Beschleunigungen an welcher Stelle auf das Prüfobjekt wirken. Somit ermöglicht dieses einmalige Großgerät mechanische Stabilitätstests an größeren Bauteilen aus Faserverbundwerkstoffen unter realitätsnahen Bedingungen.

Foto: TUHH/ Lina P. A. Nguyen

DFG: „Das Team der Antragssteller (...) hat durch seine Interdisziplinarität überzeugt, (...) wobei sie die Nutzung weit über den (naheliegenden) Bereich der Luftfahrt ausgedehnt haben.“

Der Hexapod-Prüfstand mit einer Schwingmasse von 340 Tonnen wird an der TUHH von drei Forschergruppen genutzt: Das Institut für Produktentwicklung und Konstruktionstechnik unter der Leitung von Professor Dieter Krause, das unter anderem mit dem Flugzeughersteller Airbus zusammenarbeitet, untersucht vorrangig Kabinenkomponenten. Das von Professor Bodo Fiedler geführte Institut für Kunststoffe und Verbundwerkstoffe testet bis zu 1,50 Meter große, plattenförmig gekrümmte Werkstücke aus Faserverbundstoff. Und das Institut für Zuverlässigkeitstechnik unter der Leitung von Professor Uwe Weltin prüft Gummifedern und –dämpfer.

DFG: „Sie haben bewiesen, dass sie die Anlage in ihrer vollen Anwendungsbreite nutzen und dass die Anlage auch aufgrund der Einmaligkeit eine internationale Nutzung gefunden hat.“

Der Hexapod-Prüfstand bietet drei Nutzungsmöglichkeiten: So lässt sich auf die Plattform etwa eine Flugzeug-Bordküche für Vibrationstests platzieren. Nimmt man die Speichen aus der runden Plattform heraus, können längliche Bauteile durch den Ring in die Anlage gestellt und symmetrisch Lasten eingeleitet werden. Diese Möglichkeit nutzen auch Wissenschaftler der Nationaluniversität Singapur (NSU), die zu flexiblen Öl-Förderrohren forschen, diese in Singapur aber lediglich einaxial testen können. Oder man spannt beispielsweise Luftfedern von Zügen zentral in die Anlage ein, um wiederum multiaxial die Lebensdauer dieser Puffer zu testen.

DFG: „Hier ist ein gesetztes Ziel mindestens erreicht, wenn nicht sogar schon überschritten worden, daher großes Lob für das Erreichte.“


TUHH - Public Relations Office
Sabrina Knoll
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