Klima und Kosten immer im Blick: Der Technische Betriebsdienst der TUHH

16.09.2016

Foto: TUHH/G. Geringer

Im ersten Moment ist es ein komisches Gefühl: Alles ist dunkel in der Tiefgarage an der Eißendorfer Straße, die Lichter sind fast aus. Wie soll man sich hier nur zurechtfinden? Doch gleich mit dem ersten Schritt aus dem Treppenhaus heraus geht wie von Zauberhand ein Teil des Lichts an – und folgt auf Schritt und Tritt, bis man die Tiefgarage wieder verlässt.

Dieses innovative Beleuchtungskonzept ist nur ein Baustein in der Nachhaltigkeitsstrategie, die die Mitarbeiter des Technischen Betriebsdienstes für die Technische Universität Hamburg (TUHH) verfolgen. Seit gut zehn Jahren stehen hier Umweltschutzaspekte ebenso im Fokus wie die Senkung der Kosten. Sukzessive wurden seither immer wieder nahhaltige Modernisierungsmaßnahmen umgesetzt, sodass trotz neuer Gebäude und steigender Studentenzahl die Energiekosten der TUHH stabil geblieben sind.

Ein Mix aus städtischer Förderung und Eigenmitteln ermöglichen es den Mitarbeitern der Technik, jedes Jahr ein oder zwei Projekte zur Sicherung einer nachhaltigen Versorgung zu realisieren. Zuletzt war das eben jenes Lichtkonzept in der Tiefgarage, bei dem LED-Lampen automatisch auf 20 Prozent ihrer Leistung herunterfahren, wenn niemand dort ist. Bewegungsmelder teilen die Parkdecks in vier Zonen, die einzeln gesteuert werden. „Damit spart die TUHH mehr als 50 Prozent des bisherigen Energieverbrauchs“, sagt Dipl.-Ing. Udo von Hertel, Leiter des Technischen Betriebsdienstes. In den kommenden Monaten soll das Konzept auch in den anderen Parkgaragen auf dem Campus eingeführt werden. Ist das erledigt, werden die teils über 30 Jahre alten zentralen Lüftungsanlagen erneuert.

Das bisher größte und gleichzeitig effektivste Projekt war die Sanierung der Zentralkälteanlagen im vergangenen Jahr mit einer Stromeinsparung von knapp 400.000 Kilowattstunden pro Jahr. „Das war quasi eine OP am offenen Herzen“, sagt von Hertel über die Herausforderung, den fünfmonatigen Umbau der Energiezentrale im laufenden Betrieb und ohne größere Beeinträchtigungen durchzuführen.

Besonders stolz sind die Mitarbeiter der Technik indes auf die neuartigen hybriden Trockenkühler, die bei kälteren Umgebungstemperaturen im Freikühlbetrieb mit wenig Energie und Wasser eine hohe Rückkühlleistung für die zentrale Kälteanlage erreichen.

Aber auch kleinste Maßnahmen wie der Austausch von alten Leuchtstofflampen tragen zu den stetig sinkenden Verbrauchszahlen der TUHH bei: „Ein ausgewechseltes Notausgangsschild macht sich vielleicht nicht gleich in den Zahlen bemerkbar, nimmt man aber alle Schilder aus allen Gebäuden zusammen, dann macht das eben doch viel aus.“

Die größten Verbraucher sind – das ist wenig verwunderlich an einer Technischen Universität – häufig die Labore. Besonders ein Windkanal und die großen Versuchsanlagen stechen hier hervor. Doch von Hertel und sein Team haben auch festgestellt, dass das allgemeine Umdenken in der Bevölkerung sich auch auf die TUHH übertragen hat. Sie wünschen sich, dass Studierende und Mitarbeiter weiterhin auf ihre Energiebilanz achten, den Rechner über Nacht ausschalten, verantwortungsvoll heizen, richtig lüften – und sich beim persönlichen Lichtmanagement vielleicht ein Beispiel an der Beleuchtung in der Tiefgarage nehmen.


TUHH - Public Relations Office
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