3. Symposium des Forschungszentrums Medizintechnik Hamburg an der TUHH

17.11.2015

Eingeladen zu seinem dritten Symposium hat das Forschungszentrum Medizintechnik Hamburg (FMTHH) am Mittwoch, 18. November 2015, an die Technische Universität Hamburg (TUHH). 2013 gründeten die TUHH und das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf das FMTHH. Ziel dieser Kooperation ist die Bereitstellung von verbesserten Rahmenbedingungen, um medizinische sowie ingenieur- und naturwissenschaftliche Kompetenzen für gemeinsame und hochqualifizierte Forschung zusammenzubringen und die Vernetzung mit der medizintechnischen Industrie zu verbessern.
Thematisch ist das FMTHH breit aufgestellt. Derzeit fördert es zehn Projekte, aus sehr unterschiedlichen Gebieten der Medizintechnik. In der Zukunft wird eine Fokussierung um die Themenschwerpunkte Bildgebung und Digital Health angestrebt. Zur Förderung dieser Projekte steht ein jährliches Budget in Höhe von 250.000 Euro zur Verfügung, das zu gleichen Teilen aus den Haushalten von TUHH und UKE bereit gestellt wird. Die ausgewählten Ideen und Konzepte sollen bis zu einem Reifegrad unterstützt werden, der Erfolgschancen für das Einwerben einer Anschlussfinanzierung bei zum Beispiel der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) oder über Förderlinien des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) beziehungsweise des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWI) verspricht.

Eröffnen wird das Symposium Professor Andreas Timm, TUHH-Vizepräsidenten Forschung. Im Anschluss referiert Professor Tobias Knoop über die bildgebende Verfahrensmethode „Magnetic Particle Imaging (MPI)“. Es ist ein gänzlich neues medizinisches Verfahren, in dem Anwendungsmöglichkeiten im Bereich der Tumormedizin, der kardiovaskulären und neurovaskulären Medizin und der Entzündungs- und Stoffwechselforschung untersucht werden. Das Forschungsteam aus der TUHH und dem UKE erhofft sich, mittels MPI-Diagnose zum Beispiel Herzerkrankungen schneller, genauer und für den Patienten schonender diagnostizieren zu können. Knoop, Professor für experimentelle biomedizinische Bildgebung, forscht am UKE und lehrt an der TUHH biomedizinische Bildgebung.

An transparenten Gefäßmodell aus dem 3D-Drucker können Ärzte den schwierigen Eingriff zur Aneurysma-Behandlung üben 
An transparenten Gefäßmodell aus dem 3D-Drucker können Ärzte den schwierigen Eingriff zur Aneurysma-Behandlung üben  Foto: Johannes Arlt

Im Anschluss folgen die Vorstellungen der aktuellen FMTHH-Projekte, darunter auch das Projekt „ALSTER3D - Aneurysm Like Synthetic bodies for Testing Endovascular devices in Reality“. Projektleiter seitens der TUHH ist Professor Dieter Krause vom Institut für Produktentwicklung und Konstruktionstechnik. Auf Seiten des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf ist es Professor Jens Fiehler von der Klinik und Poliklinik für Neuroradiologische Diagnostik und Intervention. Von Beginn an am Projekt beteiligt ist Johanna Spallek, wissenschaftliche Mitarbeiterin am TUHH-Institut für Produktentwicklung und Konstruktion: „Alle Modelle basieren auf realen Blutgefäßen von Patienten, die mit einer rotierenden, hoch auflösenden Röntgenanlage dargestellt und vermessen werden. Meine Arbeit beginnt damit, anhand dieser Daten die Modellgeometrien zu erstellen. Die Außenwände unserer Modelle sind etwa 1 Millimeter dick. So kann eine durchströmende Flüssigkeit den Blutfluss simulieren und durch dieselbe angiographische Bildgebung wie beim Patienten gemessen werden.“ Um die Flüssigkeit einzubringen, müssen Schläuche oder Verbindungen zu weiteren Gefäßmodellen angeschlossen werden können. Hierzu werden speziell entwickelte Adapter in das Modell integriert. „Das Modell soll so lebensnah wie möglich sein – nur so können die Ärzte für echte Eingriffe realistisch an den Trainingsmodellen üben“, so Spallek. Der Produktentstehungsprozess wurde unter Anwendung der additiven Fertigung entwickelt. Dies beschreibt den Prozess von der Aufnahme der patientenspezifischen Daten, über die Entwicklung der Modellspezifikation, die Fertigung der Modelle hin zur Anwendung in der Neuroradiologie.


Die Förderung des Forschungsprojekts ALSTER3D durch das FMTHH endet nach fast zweijähriger Laufzeit im Dezember 2015. Ein Folgeantrag in Kooperation mit der Industrie wurde bereits vom BMWI genehmigt (175.000 Euro), ein weiteres beim BMBF gestellt (725.000 Euro). Die geplante Laufzeit des BMBF-Projekts beträgt drei Jahre, der Vorantrag wurde bereits positiv begutachtet. „Dieses Projekt ist ein hervorragendes Beispiel für das Konzept des FMTHH: Durch Anschubfinanzierung im Sinne von Inkubatoren neuen Forschungskooperationen grundlegende Arbeiten zu ermöglichen, um so die Basis für erfolgreiche Antragstellungen bei öffentlichen oder industriellen Geldgebern zu schaffen. Auf diese Art kommt es zu einem sehr effektiven Einsatz der zur Verfügung stehenden Fördermittel“, sagt Professor Michael Morlock, einer der Direktoren des FMTHH und Organisator des 3. Symposiums.

See also: www.fmthh.de


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