Marcus Peter erhält für seine Masterarbeit den Max-Brauer-Preis für Forschung im ÖPNV

23.10.2015

Preisträger Marcus Peter 
Preisträger Marcus Peter  Foto: Hamburger Hochbahn AG

Den ersten Preis für Forschung im Öffentlichen Personen Nahverkehr/ÖPNV vergab die Hamburger Max-Brauer-Stiftung an Marcus Peter. Ausgezeichnet mit 5000 Euro wurde die Masterarbeit des Geographen und Verkehrsplaners, die er am Institut für Verkehrsplanung und Logistik der Technischen Universität Hamburg (TUHH) zum Thema „Die öffentliche Verkehrsanbindung von Wohnstandorten“ verfasste. Darin untersucht der 29-Jährige gegenwärtige und zukünftige Verkehrsanbindungen sowohl mit dem Fahrrad als auch mit dem ÖPNV von 181 geplanten Hamburger Wohnungsbauprojekten mit zusammen über 35.000 Wohneinheiten. Diese sollen beispielsweise in der Hafencity oder dem geplanten Quartier „Mitte Altona“ entstehen. Beispiele für Projekte südlich der Elbe ist das Wohnungsbauprojekte Elbmosaik in Neugraben-Fischbek.

Marcus Peter stellt u.a. die Frage, wie viele Arbeitsplätze sich von diesen Gebieten aus innerhalb von 30 Minuten mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Fahrrad erreichen lassen. Ebenso ermittelt er den Zeitverlust, den dezentrale Wohnlagen im Vergleich zu zentralen Standorten in Bahnhofsnähe mit sich bringen. „Insbesondere Wohnprojekte außerhalb von Stadtzentren können zu Erreichbarkeitsproblemen für Menschen ohne Pkw führen. Mobilität ist ein Grundbedürfnis und Voraussetzung für die Beteiligung von Bürgern an wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Aktivitäten. Deshalb ist die frühzeitige Planung der Verkehrsanschließung durch den ÖPNV sowie des Rad- und Fußverkehrs wesentlich für die Mobilität.“
In seiner ausgezeichneten Masterarbeit im Bereich Verkehrsplanung betonte Peter die Notwendigkeit, den verkehrlichen Aspekt bei Städtebauprojekten künftig umfassender einzubeziehen. Dabei, so Peter, sei das Verkehrssystem so zu gestalten, das grundlegende Mobilitätsbedürfnisse mit minimalen (Umwelt-) Kosten und mit dem geringstmöglichen Verkehrsaufkommen befriedigt würden. Mit Hilfe diverser Indikatoren für die einzelnen Projekte und eines Geografischen Informationssystems (GIS) verknüpfte der Preisträger digitale Verkehrsnetze und Raumstrukturdaten, die raumbezogene Analysen ermöglichen. Ein Fazit des Masterstudenten lautet: „Menschen und Familien mit geringem finanziellen Budget sollten bevorzugt innenstadtnah wohnen, um die Reisezeiten mit Bus und Bahn möglichst gering zu halten und Kosten der Pkw-Mobilität zu vermeiden.“
Marcus Peter studierte Geographie an der CAU zu Kiel. Seine Masterarbeit im Studiengang Logistik, Infrastruktur, Mobilität schrieb er am Institut für Verkehrsplanung und Logistik der TUHH. Seit April 2013 arbeitet er dort als wissenschaftlicher Mitarbeiter.

Die Max-Brauer-Stiftung ist 1961 von der HOCHBAHN gegründet worden. Für Max Brauer, ehemaliger Bürgermeister von Altona und Hamburg, langjähriger Aufsichtsratsvorsitzender der HOCHBAHN und selbst Autodidakt, hatten die Begabtenförderung und die Herstellung von Chancengleichheit einen hohen Stellenwert. Sein Ziel war es, die bessere Nutzung von Begabungen zum Wohl der Allgemeinheit zu ermöglichen.

Der Max-Brauer-Preis wird seit 1999 alle zwei Jahre durch die Stiftung vergeben und hat seitdem 32 Preisträger mit einer Preisgeldsumme von insgesamt knapp 100 000 Euro unterstützt. Die Entscheidung über die Preisvergabe trifft der Stiftungsvorstand um den Vorsitzenden Prof. Dr. Michael Stawicki.

Kontakt:

Marcus Peter
Institut für Verkehrsplanung und Logistik
Am Schwarzenberg-Campus 3
Gebäude E, Raum 1.084
21073 Hamburg
Telefon: +49 40 42878 - 3904
E-Mail: marcus.peter@tuhh.de

Siehe auch: http://www.tuhh.de/vpl


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