"Wir sind an der Weiterentwicklung der Fraunhofer in Hamburg sehr interessiert"

Wirtschaftssenator Frank Horch besuchte das Fraunhofer-Center für Maritime Logistik und Dienstleistung auf dem TUHH-Campus

24.07.2015

Wirtschaftssenator Frank Horch vor dem Schiffssimulator im CML    
Wirtschaftssenator Frank Horch vor dem Schiffssimulator im CML     Foto: TUHH/Geringer

Es war eine Premiere: Erstmalig besuchte Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch das an der Technischen Universität Hamburg (TUHH) beheimatete Fraunhofer-Center für Maritime Logistik und Dienstleistungen(CML). Institutsleiter Professor Carlos Jahn und Wissenschaftler des CML begrüßten den Senator und informierten ihn ausführlich über Projekte des Hauses aus den Geschäftsfeldern Hafen- und Terminalentwicklung, Schiffsmanagement sowie Nautik und Seeverkehr.

Das Fraunhofer-Center für Maritime Logistik und Dienstleistungen CML entwickelt und optimiert Prozesse und Systeme entlang der maritimen Lieferkette. In praxisorientierten Forschungsprojekten werden private und öffentliche Auftraggeber aus den Bereichen Hafen, Logistik und Schifffahrt bei der Initiierung und Realisierung von Innovationen unterstützt. Professor Jahn: „Von großem Interesse für Hamburg ist neben der Hafen- und Terminalentwicklung auch die Frage, welche technischen Entwicklungen zukünftig auf Hamburg zukommen, wie sich Häfen aufstellen müssen, um eine gesicherte und zuverlässige Anbindung an das Hinterland zu ermöglichen. Unser Ziel als eine branchenorientiere Forschungseinrichtung ist es, für die maritime Transportkette Innovationen anzustoßen, zu begleiten und zu realisieren sowie neue Ideen zu generieren.“
Jahn und Wissenschaftler des Hauses präsentierten für Hamburg und die Schifffahrt aktuelle Projekte. Nach drei Jahren Forschungsarbeit endete das Forschungsvorhaben MUNIN ( www.tu-harburg.de/mls). Die Aufgaben dieses Projekts lagen in der Analyse des Themas „Autonome Schifffahrt“ – einem Thema mit hoher Priorität. Gemeinsam mit acht europäischen Partnern aus Forschung und Industrie entwickelte das CML autonome Entscheidungssysteme für die Navigation von Handelsschiffen, die in landbasierten Kontrollstationen fernüberwacht werden (http://unmanned-ship.org/munin/). Im so genannten Shore Control Centre könnten Schiffe dann weltweit überwacht und bei Bedarf ferngesteuert werden. Beispielhaft verwies Carlos Jahn auf mögliche Prognosen zum Umschlagspotenzial des Hafens, die einen erheblichen Anstieg des hafenbedingten Güterverkehrs erwarten lassen. Jahn: „Anhand einer Simulation und einer Vielzahl von Szenarien konnten wir nachweisen, ob und wann durch den zunehmenden Umschlag, beispielweise an den Containerterminals, die anliegen Straßen überlastet werden.“

Im Anschluss an den sachlich informativen Teil des Vormittags erhielt der Senator eine Führung durch das Institut. Er besuchte die „unbemannte Brücke“, die sich im Schiffssimulator des CML demonstrieren lässt. Dort kann das Fahren autonomer Schiffe einschließlich der dabei erforderlichen Ausweichmanöver simuliert werden.
Senator Horch kommentierte seinen Besuch: „Es freut mich sehr, dass ich hier bin. Mehrfach sind wir in den vergangenen Jahren gemeinsam gereist. Unter anderem waren wir in Korea und den USA. Das geschah stets vor dem Hintergrund der starken Vernetzung, die wir in der maritimen Wirtschaft pflegen und die es weiter auszubauen gilt. Hamburg ist sehr interessiert daran, dass die Forschungsschwerpunkte des CML - besonders im Bereich der Hafen- und Terminalplanung - zu den Dingen gehören, die für uns in Hamburg wichtig sind. Insofern sind wir sehr an der Weiterentwicklung der Fraunhofer in Hamburg sehr interessiert.“

Gegründet wurde das Fraunhofer-Center für Maritime Logistik und Dienstleistung 2010. Nach einer fünfjährigen Aufbauphase, die mit 6 Mio. € von der Freien und Hansestadt Hamburg unterstützt wurde, ist das CML nunmehr zur dauerhaften Fraunhofer Einrichtung auf dem TUHH-Campus geworden.

Siehe auch: www.cml.fraunhofer.de


TUHH - Pressestelle

Fax: +49 40 428 78 2366