Volle Fahrt voraus für die TUHH-Tretbootflotte

Schiffbaustudierende nehmen den Wasserweg nach Berlin zur International Waterbike Regatta

06.05.2015

Prof. Sönke Knutzen, Vizepräsident Lehre, bringt die Imperator-Crew auf den Weg  
Prof. Sönke Knutzen, Vizepräsident Lehre, bringt die Imperator-Crew auf den Weg  

Punkt 13 Uhr starteten Schiffbaustudierende der Technischen Universität Hamburg (TUHH) zu einer ungewöhnlichen Reise in Richtung Berlin. Unter dem Motto „Latte voll im Fluss“ wollen sie rund 400 km mit zwei ihrer selbst konstruierten und gebauten High-Tech Renntretbooten zurücklegen. Latte ist die Kurzbeschreibung für die Fachschaft Schiffbau an der Technischen Universität Hamburg, die „Heylige Frawe Latte ad Hammaburg“.

Geplant ist, in sieben Tagesetappen die Strecke entlang der Elbe, der Müritz-Elde Wasserstraße, der Müritz und der Müritz-Havel Wasserstraße nach Berlin zu bewältigen. Dabei sind vor allem Ausdauer und Teamgeist gefragt. Am Ziel der Reise in Berlin-Grünau findet, vom 13. Bis 17. Mai diesen Jahres, die 36. International Waterbike Regatta (IWR) statt. Die IWR ist ein Treffen von europäischen Schiffbaustudierenden, die sich mit ihren Tretbooten in acht verschiedenen Disziplinen messen. In den vergangenen vier Jahren siegten die Hamburger souverän. Dieses Jahr stellen sie sich einer Konkurrenz mit 34 Booten von 16 Teams aus sieben Ländern, die alle um den Sieg fahren.

Studierende der Fachschaft Schiffbau an der TUHH
Studierende der Fachschaft Schiffbau an der TUHH Fotos: TUHH/Brinkmann

„Die weite Strecke fährt sich nicht von alleine“, sagt Nils Schwickardi, Schiffbaustudent im 6. Semester, „Tretbootfahren ist wie Fahrradfahren - nur anstrengender.“ Er ist einer von 20 Studierenden, die mit Fahrrädern, einem Begleitboot und Begleitwagen an der ungewöhnlichen Reise teilnehmen. Um wettkampftauglich zu bleiben, wechseln sich die angehenden Ingenieure immer wieder ab. Um Ausfällen vorzubeugen, führen die Studenten eine Werkstatt mit. Schwickarde: „Wir haben die Boote selbst gebaut und kennen daher die hoch belasteten Teile. Einen Ausfall verhindern wir mit Ersatzteile wie Kupplungen, Schrauben, Bolzen und Propeller, die wir in ausreichendem Maß dabei haben.“

Seit 36 Jahren pflegen Harburger Schiffbaustudierende dieses auf den ersten Blick kuriose Hobby. Sie entwerfen und konstruieren High-Tech Tretboote, die mittlerweile Geschwindigkeiten über 21 km/h - mehr als 11 Knoten - erreichen können. Schiffbaustudent Benjamin Bahr: „Das Wichtigste an den Meisterschaften ist das Bauen der Boote. Dabei können wir umsetzen, was wir im Studium gelernt haben. Auch geht es um Sportsgeist und Geselligkeit, den Erfahrungsaustausch und die Vernetzung mit anderen Schiffbaustudierenden.“ Nicht zu vergessen die Sponsoren. Sie finanzieren nicht nur Boote und Wettkämpfe, auch verfolgen sie die Wettkämpfe oftmals vor Ort.

Die Hauptdarsteller der diesjährigen Regatta heißen: Paul von Lämmersieth (Baujahr 2000, Gewicht 73 kg), Imperator (Baujahr 2006, amtierender Weltmeister, IWR Sieger: 2011, 2012, 2013, Gewicht, 66 kg), Reynold (Baujahr 2014, IWR Sieger 2014, Gewicht 63 kg) und Clementine (Baujahr 1989, IWR Sieger '89, '90, '92, '93, Gewicht 141 kg).

See also: www.iwr2015 www.hf-latte.de


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