Humboldt-Stipendiatin Wenjing Lu forscht am TUHH-Institut für Umwelttechnik und Energiewirtschaft

26.02.2015

Wenjing Lu - Humboldt-Stipendiatin an der TUHH
Wenjing Lu - Humboldt-Stipendiatin an der TUHH Foto: Privat

Die chinesische Dozentin Wenjing Lu forscht seit Februar 2015 als Alexander von Humboldt Stipendiatin an der Technischen Universität Hamburg (TUHH). Dort ist sie Gast von Prof. Dr.-Ing. Kerstin Kuchta und Dr.-Ing. Marco Ritzkowski am TUHH-Institut für Umwelttechnik und Energiewirtschaft (IUE). Für jeweils sechs Monate in diesem und im kommenden Jahr wird die promovierte Leiterin des Zentrums für Umweltschutz und Ressourcennutzung der renommierten Tsinghua Universität in Peking sich mit Fragen des nachhaltigen Umgangs mit festen Siedlungsabfällen beschäftigen. Das Ziel der Forschung ist die Verringerung umweltgefährdender Emissionen in die Luft, den Boden und das Wasser, um somit einen wertvollen Beitrag zur Verbesserung der Umweltsituation in China leisten zu können.

In Deutschland und anderen europäischen Ländern wurde in den vergangenen 15 Jahren eine Reihe von Abfalldeponien mittels des Verfahrens der aktiven in situ Belüftung biologisch stabilisiert. Das an der TUHH entwickelte Verfahren führt zu einer nachhaltigen Verbesserung der Emissionssituation und kann einen nennenswerten Beitrag zur Reduzierung klimaschädlicher Treibhausgase leisten. Vor diesem Hintergrund fördert das Bundesumweltministerium solche Maßnahmen seit 2014 auch im Rahmen der nationalen Klimaschutzinitiative.
In Asien kam die aktive in situ Belüftung bisher nicht zum Einsatz; dort, insbesondere in Japan, setzt man eher auf ein passives Belüftungsverfahren im Rahmen von semi-aeroben Deponien. Im Rahmen ihres Forschungsaufenthalts wird die Stipendiatin Lu die Potenziale und Herausforderungen beider Ansätze wissenschaftlich beleuchten und auf der Grundlage hochentwickelter mikrobiologischer Untersuchungen bewerten. Dr. Ritzkowski: „Das Potenzial des Verfahrens wurde anhand der Ergebnisse mehrerer Vorhaben nachgewiesen. Jedoch wurden hierbei mikrobiologische Aspekte sowie geeignete ökobilanzierende Ansätze nur untergeordnet berücksichtigt. Durch die Arbeit von Dr. Lu ergeben sich nun ausgezeichnete Möglichkeiten, Wissenslücken zu schließen und universelle Ansätze für die Übertragung des Verfahrens auch auf den chinesischen Raum zu generieren.“ Die Arbeiten werden in ein laufendes Kooperationsprojekt des IUE mit dem Betreiber der größten schweizerischen Siedlungsabfalldeponie integriert.

Wenjing Lu ist sich sicher, dass die Arbeit an der TUHH sie weiter bringen wird. „Ich bin davon überzeugt, dass ich mit meiner Forschung einen Beitrag für die Umwelt in China leisten kann.“ Mit dem Erhalt des Humboldt-Stipendiums, ist für sie ein Wunsch in Erfüllung gegangen. „Es ist eine große Auszeichnung, ein solches Stipendium zu erhalten. Auch bin ich sehr froh, dass ich in Deutschland und an der TUHH forschen darf. Hier bieten sich viele Möglichkeiten, Netzwerke im Bereich der Wissenschaft aufzubauen.“ Dr. Lu promovierte an der Zhejiang University Hangzhou, China. Dort forschte sie an Möglichkeiten, die intensiv genutzten Reisfelder mittels eisenreduzierender Bakterien von der Belastung durch Aromaten zu befreien. Seit dem Abschluss ihrer Promotion bearbeitete Dr. Lu mehr als 25 Forschungsprojekte und veröffentlichte mehr als 100 Artikel in wissenschaftlichen Zeitschriften, 36 davon in peer reviewed Journals. An der Tsinghua Universität leitet sie eine 15-köpfige Forschungsgruppe.

Infos:
Semi-aerobe Deponien werden passiv belüftet, d.h. Umgebungsluft dringt über offene Rohre in den Deponiekörper ein. Dieses, durch Temperaturdifferenzen induzierte Verfahren benötigt keine elektrische Energie, ist jedoch im Vergleich zur aktiven Belüftung weniger effizient. Bei aktiv belüfteten Deponien wird Umgebungsluft in die Deponie eingeblasen, wodurch eine bessere Luftverteilung innerhalb der Abfälle erreicht wird. Aus aktiv belüfteten Deponien entweichen nur geringe Mengen an klimaschädlichen Gasen (im Wesentlichen Methan); werden diese darüber hinaus thermisch behandelt, können Treibhausgasemissionen auf ein Minimum reduziert werden.

Die 1953 gegründete, gemeinnützige Alexander von Humboldt-Stiftung fördert Wissenschaftskooperationen zwischen exzellenten ausländischen und deutschen Forscherinnen und Forschern. Sie wird hauptsächlich aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und des Auswärtigen Amtes (AA) finanziert. Mit Forschungsstipendien und Forschungspreisen ermöglicht die Alexander von Humboldt-Stiftung hoch qualifizierten ausländischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Forschungsaufenthalte in Deutschland. Das dabei entstehende Alumni-Netzwerk und das gemeinsame Arbeiten mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in Deutschland schafft eine dauerhafte Verbindung mit dem deutschen Wissenschaftssystem. In diesem Zusammenhang unterstützt die Stiftung auch Forschungsaufenthalte von deutschen Wissenschaftlern im Ausland. Quelle: http://www.bmbf.de

Ansprechpartner

Dr.-Ing. Marco Ritzkowski
Technische Universität Hamburg
Institut für Umwelttechnik und Energiewirtschaft
Harburger Schloßstr. 36
21079 Hamburg, Germany
Phone: +49/40/42878-2053
Fax: +49/40/42878-2375
E-Mail: m.ritzkowski@tu-harburg.de
Web: www.tu-harburg.de/iue/


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