Prof. Dr.-Ing. Andreas Timm-Giel ist neuer Vizepräsident-Forschung an der TUHH

02.12.2014

Neuer Vizepräsident Forschung an der Technischen Universität Hamburg (TUHH) ist Professor Dr.-Ing. Andreas Timm-Giel. Timm-Giel wurde auf Vorschlag des Präsidenten der TUHH, Professor Dr. Dr. h.c. Garabed Antranikian, vom Akademischen Senat der TUHH bestätigt. Der 47-jährige Timm-Giel übernimmt das Amt von Professor Dr.-Ing. Jürgen Grabe, der nach Ablauf seiner dreijährigen Amtsperiode aus dem Präsidium scheidet.

Timm-Giel leitet das Institut für Kommunikationsnetze an der TUHH, war zuletzt stellvertretender Leiter des Studiendekanats Elektrotechnik, Informatik und Mathematik und Sprecher des Forschungsschwerpunktes Selbstorganisierende mobile Sensor- und Datenfunknetze (SOMSED). Seine Hauptaufgabe sieht der seit fünf Jahren an der TUHH tätige Professor in dem Ausbau guter Rahmenbedingungen für exzellente und interdisziplinäre Forschung in den Kompetenzfeldern und den Querschnitts- und Grundlagenthemen. Timm-Giel beschreibt zum Start seiner Amtszeit seine Ziele:

"Wichtig ist die Erhaltung und der Ausbau einer kreativen und unterstützenden Umgebung an unserer TU, in denen Innovationen und exzellente Forschungsergebnisse entstehen können. Dafür muss der Forschung in den einzelnen Instituten und Arbeitsgruppen Raum gegeben werden. Flexible Forschungsschwerpunkte sollen neue Ideen für exzellente, interdisziplinäre Zusammenarbeit entwickeln. Die Kompetenzfelder der TUHH bieten eine ideale Basis für die thematische Bündelung von Kräften in den gesellschaftlich und regional sinnvollen Bereichen Green Technologies, Life Science Technologies und Aviation and Maritime Systems. Die universitäre Forschung muss aber auch die für die Innovation notwendigen Grundlagen- und Querschnittsthemen beinhalten, wie beispielsweise Mathematik, Materialwissenschaften oder Informatik, die sich wiederum in den Kompetenzfeldern reflektieren und anwenden lassen.

Wir sind als mittelgroße und forschungsstarke Technische Universität erfolgreich durch unsere Dynamik und fachübergreifende Orientierung, benötigen aber, um eine kritische Masse zu erreichen, die Kooperation mit externen Partnern. Daher möchte ich die Vernetzung mit den außeruniversitären Forschungseinrichtungen der Region, wie dem Helmholtz-Zentrum in Geesthacht, dem DESY und dem UKE, aber auch mit internationalen Forschungseinrichtungen, weiter stärken. Die erfolgreichen Industriekooperationen, die sich u.a. in den gemeinsamen Juniorprofessuren des Exzellenzkollegs manifestieren, werden weiter gefördert und ausgebaut.

Für exzellente und erfolgreiche Forschung müssen die richtigen Rahmenbedingungen durch Förderung erfolgsversprechender Forschungsinitiativen und unserer Doktoranden geschaffen werden. Für letztere ist die im letzten Jahr gegründete Graduiertenakademie ein wichtiger Baustein, der weiter ausgebaut wird. Bei begrenztem Budget die Rahmenbedingungen und Initiativen, die von meinem Vorgänger erfolgreich gestartet wurden, zu erhalten und auszubauen werden meine wichtigsten Herausforderungen der nächsten Jahre sein."

Timm-Giel hat in Bremen Elektrotechnik/Informationstechnik studiert und 1999 über die Modellierung von Funkkanälen promoviert. Danach wechselte der gebürtige Hamburger als Projektleiter zur MediaMobil Communication GmbH, wo er im Rahmen eines internationalen Joint Ventures (M2SAT) als Manager Network Operations und als technischer Produktmanager maßgeblich am Aufbau des M2SAT-Satellitensystems beteiligt war: M2SAT konnte in der Nische der mobilen Satellitenkommunikation über gemietete Satelliten, eigene Terminals und eine eigene Bodenstation, flexible Dienste und vergleichsweise hohe Datenraten für mobile Anwender anbieten. 2002 kehrte Timm-Giel in die Wissenschaft zurück und forschte bis zur Rufannahme an die TUHH als Gruppenleiter am Lehrstuhl für Kommunikationsnetze der Universität Bremen. In dieser Zeit war er an einer Vielzahl von Forschungsprojekten der Deutschen Forschungsgemeinschaft sowie der EU und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung beteiligt. Er forschte auf Gebieten der Dimensionierung von Mobilfunknetzen über das Routing und die Mobilität in Sensor- und drahtlosen Netzen sowie der Fahrzeugkommunikation bis zum Internet der Zukunft. Dort eingesetzte Technologien finden sich zum Beispiel in der Logistik, in der Telemedizin und dem so genannten Wearable Computing, Minicomputern, die in Textilien eingelassen werden. Von 2006 bis 2009 war er zudem als Geschäftsführer im Technologiezentrum Informatik und Informationstechnik der Universität Bremen für das Leitthema "Adaptive Kommunikation" zuständig. Timm-Giel forschte 2006 an der Stony Brook University in New York und 2007 am Cork Institute of Technology in Irland. Mit beiden Einrichtungen bestehen weiterhin enge Kooperationen. Der 47-jährige arbeitet an der TUHH an künftigen Mobilfunksystemen, selbstorganisierenden Sensornetzen und dem Internet der Zukunft. Anwendungen finden sich insbesondere in der Flugzeug- und Satellitenkommunikation, der Telemedizin und der Smart City.

Andreas Timm-Giel ist verheiratet und hat zwei Töchter, fährt gerne mit dem Fahrrad und erholt sich mit seiner Familie auf Reisen im eigenen Wohnmobil.


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