Maritime Systeme: Doktoranden-Workshop an der TU Hamburg

05.02.2013

Foto: Marc-André Pick / TUHH

Der fachliche Austausch über die Grenzen von Fächern und Instituten hinweg steht im Mittelpunkt des vierten Interdisziplinären Workshops "Maritime Systeme" an der TU Hamburg. Zehn Ingenieure und eine Ingenieurin mit Schwerpunkten in der Schiffskonstruktion, der Schiffssicherheit, der Schiffstheorie, der Mechanik, der rechnerischen Simulation, der Geotechnik und dem Produktionsmanagement stellen von 9 bis 16 Uhr den aktuellen Stand ihrer Promotionsvorhaben vor. Ihr gemeinsames Ziel sind neue Erkenntnisse über Schiffe, Unterwasserfahrzeuge, Offshore-Anlagen und andere maritime Systeme.

Das wissenschaftliche Spektrum ihrer Forschungsarbeiten ist so breit wie die thematische Vielfalt und reicht von der Grundlagenforschung über Fragen an den Schnittstellen von Forschung und Entwicklung eines Produkts bis hin zu konkreten Aufgaben aus der Praxis. Gemeinsam ist den Doktoranden und Doktorandinnen des Forschungsschwerpunktes "Maritime Systeme" an der TU über alle thematischen Unterschiede hinweg: Ausnahmslos alle sind in Forschungsprojekten in ihren Instituten eingebunden. Und sie sind geübt in dem die TUHH seit ihrer Gründung prägenden interdisziplinären und internationalen Arbeiten. Gemeinsam ist ihnen auch: Sie suchen mit Hilfe von Computern nach rechnerischen Lösungen wissenschaftlicher Fragestellungen.

Zum Auftakt des Workshops im Raum 0.18 im Gebäude O, Eißendorfer Straße 38, präsentiert ab 9 Uhr ein internationales Team seine Arbeit: Silvan Brändli, Patrick Erbst und Meysam Joulaian - vom Fachgebiet Numerische Strukturanalyse mit Anwendungen in der Schiffstechnik unter Leitung von Professor Alexander Düster - stellen ihre grundlegende Forschung in einem gemeinsamen Vortrag vor: Dabei geht es um das computergestützte Lösen von Problemen, bei denen sich Effekte unterschiedlicher physikalischer Ursachen gegenseitig stark beeinflussen. Danach folgt ein Beitrag von Tim Pucker - vom Institut für Geotechnik und Baubetrieb unter Leitung von Professor Jürgen Grabe - über die Entwicklung von Verfahren zur Optimierung der Topologie geotechnischer Konstruktionen unter Einbeziehung rechnerischer Modelle zur Beschreibung des mechanischen Verhaltens von Böden, ein Verfahren, das gerade im Hinblick auf den Bau von Offshore-Anlagen von großer Bedeutung ist. Mit einem ganz anderen Thema setzt sich Doktorand Johannes Will - vom Institut für Entwerfen von Schiffen und Schiffssicherheit unter Leitung von Professor Stefan Krüger - auseinander: dem Wellenwiderstand von Schiffen. Dabei geht es um die Verbesserung der bislang vorliegenden mathematischen Ansätze.

Schiffspropeller nimmt Maria Bauer vom Institut für Fluiddynamik und Schiffstheorie unter Leitung von Moustafa Abdel-Maksoud in ihren Blick. Die Doktorandin untersucht zum Beispiel deren Wirkung auf Hafenanlagen und simuliert zu diesem Zweck die Propellerströmung und speziell die so genannte Kavitation. Auf der Suche nach Algorithmen für unbemannte Unterwasserfahrzeuge, deren Aufgabe darin besteht, Verschmutzungen im Meer zu detektieren, ist Eugen Solowjow vom Institut für Mechanik und Meerestechnik, betreut von Professor Edwin Kreuzer.

Nach der Mittagspause um 13.30 Uhr setzt Claas Fischer - vom Institut für Konstruktion und Festigkeit von Schiffen unter Leitung von Professor Wolfgang Fricke - die Reihe fort mit einem Vortrag über die Auslegung schwingungsbeanspruchter Schweißnähte an Schiffen. Das Arbeiten mit virtueller Realität im Schiffbau ist - anders im als Automobilbau - noch in den Anfängen. Fedor Titov - vom Institut für Produktionsmanagment und-technik unter Leitung von Professor Hermann Lödding - entwickelt dafür Konzepte zur intuitiven Steuerung virtueller so genannter Menschmodelle.

Wie lassen sich die Folgen der Kollision zweier Schiffe vermindern? Martin Schöttelndreyer vom Institut für Konstruktion und Festigkeit von Schiffen untersucht, wie durch adaptive Maßnahmen unter Beibehaltung der konventionellen Rumpf-Bauweise die Seitenwand eines Schiffes besser vor dem Eindringen eines anderen Schiffes geschützt werden kann. Er stellt ein Simulationsverfahren zur Bearbeitung dieser Problematik vor. Zum Abschluss des Doktoranden-Workshops spricht Philip Augener vom Institut für Entwerfen von Schiffen und Schiffssicherheit. Sein Thema ist die verbesserte Modellbildung und Simulation von großen Schiffsbewegungen.

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