Nachhaltigkeits­beauftragte soll TUHH-Campus noch "grüner" machen

01.11.2012

Frau Christine Stecker ist die erste Nachhaltigkeitsbeauftragte der TUHH.
Frau Christine Stecker ist die erste Nachhaltigkeitsbeauftragte der TUHH. Foto: Sarah El Jobeili

Grüne Technologien stehen für die Wissenschaftler der TUHH ganz oben auf der Agenda von Forschung und Entwicklung. Als eines der drei Kompetenzfelder der Universität ist dies aber nicht nur eine Aufgabe für die technisch-wissenschaftliche Forschung, sondern die Technische Universität Hamburg soll selbst auch noch "grüner" werden. Um Nachhaltigkeit nun überall auf dem Campus sichtbar zu machen, nimmt ab heute Christine Stecker ihre Arbeit an der TUHH auf. Als erste Nachhaltigkeitsbeauftragte soll sie vor allem Bewusstsein für dieses Thema schaffen.

Nachhaltigkeit spielt für Christine Stecker nicht erst seit heute eine zentrale Rolle in ihrem (Berufs-)Leben. Als Referentin für Öffentlichkeitsarbeit hat sie seit 2009 beim Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg für das Projekt "Klimaschutz an Schulen" gearbeitet: "Dadurch, dass ich vorher auch schon dreizehn Jahre beratend im Umweltbereich gearbeitet habe, konnte ich über die Öffentlichkeitsarbeit hinaus das Team auch fachlich begleiten", erklärt die Diplom-Kauffrau. Die Funktion als Beraterin im Nachhaltigkeitsmanagement hat sie im Rahmen ihrer Selbstständigkeit in ihrem eigenen Kommunikationsbüro "mediaverde" seit 2002 ausgeführt. "Meine neue Vollzeitstelle an der TUHH wird mich wahrscheinlich so in Beschlag nehmen, dass ich meine Selbstständigkeit für einige Zeit ruhen lassen werde." Denn als Nachhaltigkeitsbeauftragte soll Christine Stecker auch dazu beitragen, dass die Universität als nachhaltige Hochschule funktioniert.

"Beginnend mit einer Bestandsaufnahme, bei der es u.a. um die Bereiche Energie, Wasser, Abfall, Beschaffung, Ernährung oder Mobilität geht, bis hin zu Vorschlägen für persönliche Verhaltensänderungen, es geht immer darum, den Sinn zu vermitteln und Zusammenhänge darzustellen. Wenn ich weiß, dass 80 Prozent der weltweiten Regenwälder bereits zerstört sind, fällt der Griff zum Recycling-Collegeblock sicherlich leichter. Wir können alle jeden Tag aufs Neue mit entscheiden, in welcher Welt wir leben wollen."

Neben dem nicht-wissenschaftlichen Personal wird die neue Nachhaltigkeitsbeauftragte auch mit den Studierenden und Professoren zusammenarbeiten. Konkret geht es dabei um Maßnahmen, die Bewusstsein und Sensibilität für dieses hochkomplexe Thema schaffen sollen: "In unserer heutigen komplexen Welt ist es ungleich schwieriger, die globalen Auswirkungen unseres Handelns richtig einzuschätzen. Aber letztlich geht es immer um die Frage, wie verantwortungsvoll wir mit unseren (begrenzten) Ressourcen umgehen". Nachhaltigkeit konzentriere sich nicht nur auf ökologische Aspekte, sondern umfasse auch soziale und ökonomische Themenfelder. Um alle Angehörigen der TUHH mit ins Boot zu nehmen, komme es letztlich in hohem Maße auf Informationen und Kommunikation an: "Ich freue mich auf den Dialog und mit Sicherheit kann ich hier auf gute Kanäle aufbauen und sie nutzen", sagt sie optimistisch und macht auf die Arbeitsgruppe des AStA zum Thema Nachhaltigkeit aufmerksam. " Die würde ich natürlich gerne relativ früh kennenlernen und sie gern einbeziehen", betont sie. Auch der AStA ist mit der neugeschaffenen Stelle sehr zufrieden, aus der er sich eine enge Zusammenarbeit erhofft, durch die mehr Projekte umgesetzt werden könnten. "Zusammen schafft man mehr als allein", betont Alexander Mook, Referent für Nachhaltigkeit beim AStA und verweist auf bereits vorhandene studentische Projekte, wie den BlueIngs, die ein "Lehrkonzept ausarbeiten, um Ingenieurwissenschaften ökologisch und sozial nachhaltig zu machen" und den Ingenieuren ohne Grenzen, die ihr an der Universität errungenes Wissen einsetzen, "um die Lebensqualität in den 3. Welt Ländern zu steigern". Zudem wolle der Arbeitskreis Nachhaltigkeit die Zusammenarbeit mit der Nachhaltigkeitsbeauftragten nutzen, um auch größere, die gesamte Universität betreffende Projekte, wie "Mülltrennung auf dem Campus oder das Drucken auf Recyclingpapier in den Instituten" umsetzen zu können.

Dass Christine Stecker Nachhaltigkeit sehr am Herzen liegt, macht auch ein Blick in ihr Privatleben deutlich. Als leidenschaftliche Autofahrerin verzichtet sie beispielsweise auf ein eigenes Auto, leiht sich bei Bedarf eines über Carsharing, und nutzt dafür umso häufiger die Bahn. Zudem bezieht sie Ökostrom und hat, trotz der höheren Preise, auf Biogas umgestellt. "Wir wollten das einfach unterstützen und außerdem macht es mir auch sehr viel Spaß. Es ist überhaupt kein Verzicht für mich", sagt sie begeistert. Sie habe aber auch Verständnis für Leute, die zwei Autos benötigen, weil sie außerhalb der Stadt wohnen: "Es geht nicht darum abzuwägen, wer gut und böse ist. Es geht vielmehr darum ein Bewusstsein dafür zu schaffen, was zum Beispiel das Essen auf meinem Teller mit Klimaschutz zu tun hat". Bei ihrer Arbeit stehe die Kommunikation und Motivation im Mittelpunkt. So könne man beispielsweise Klimatalks oder Veranstaltungen außerhalb des Tagesgeschäftes mit Klimawissenschaftlern veranstalten. Auch Ideenwettbewerbe seien eine gute Möglichkeit, um das Thema Nachhaltigkeit mit Spaß zu verknüpfen.

Um dazu beizutragen, dass die TUHH auch in der Öffentlichkeit als nachhaltige Universität wahrgenommen wird, sei es zudem notwendig konkrete Konzepte umzusetzen. "Dieses Nachhaltigkeitsprinzip sagt ja, dass man den nächsten Generationen die Lebensgrundlagen nicht entziehen soll", erklärt sie. An der Universität könne damit begonnen werden, indem man beispielsweise schaue, woher die Lebensmittel kommen und was mit Einweggeschirr ist. "Es gibt noch nicht viele nachhaltige Universitäten", dennoch sei es sinnvoll, sich zu vernetzen und an Universitäten zu orientieren, die in diesem Bereich etwas bewegt haben. "Ich habe da ein gutes Gefühl", sagt sie und freut sich auf die spannende Aufgabe an der TUHH.


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