Großkraftwerke wandeln Sonnenenergie in Strom um

24.05.2012

Prof. Dr.-Ing. Robert Pitz-Paal
Prof. Dr.-Ing. Robert Pitz-Paal
Foto: DLR

Der Physiker Robert Pitz-Paal spricht in der Ringvorlesung „Regenerative Energien für Wärme und Strom“

Die zwölfteilige Ringvorlesung „Regenerative Energien für Wärme und Strom“ an der Technischen Universität Hamburg-Harburg geht in die sechste Runde. Am Freitag, 25. Mai, referiert Prof. Dr.-Ing. Robert Pitz-Paal vom Institut für Solarforschung am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt Köln (DLR) über „Solare Strom- und Wärmeerzeugung mit Hochtemperatursystemen“. Die Veranstaltung findet von 15 bis 16.30 Uhr in der Denickestraße 15, Gebäude K, Raum 0506 statt.

2010 wurde der Physiker Pitz-Paal zum stellvertretenden Direktor des Instituts für Technische Thermodynamik ernannt. Seit 2011 leitet er das Institut für Solarforschung des DLR, das mit mehr als 100 Mitarbeitern an den Standorten Köln, Stuttgart, Jülich und Almería (Spanien) auf dem Gebiet der konzentrierenden Solarsysteme forscht.

Auf die Interviewfrage Frage des Kölner Stadtanzeigers, was ihn an seiner Tätigkeit fasziniere, antwortete Pitz-Paal: „Als besonders faszinierend empfinde ich die Möglichkeit, die Strahlung der Sonne in großen Solarkraftwerken kostengünstig in elektrischen Strom umwandeln zu können. Seit über 20 Jahren setze ich meine Kraft und meinen Ehrgeiz ein, um einen kommerziellen Erfolg dieser Technologie durch Forschung und Entwicklung aber auch durch Überzeugungsarbeit weiter voranzutreiben.“

Wer heute von Solarstrom spricht, der assoziiert damit Strom aus den bläulich schimmernden fotovoltaischen Zellen auf Häuserdächern oder an Autobahnen. Weitgehend unbekannt ist, dass solarthermische Kraftwerke, die nach einem anderen Prinzip arbeiten, schon seit Ende der achtziger Jahre in den USA kommerziell zur Stromerzeugung eingesetzt werden.

Prof. Pitz-Paal: „Solarthermische Kraftwerke nutzen konventionelle Kraftwerkstechnik, indem sie die fossile Befeuerung durch Sonnenergie ersetzen. Dabei kann auf zweierlei Weise Strom nach Bedarf geliefert werden. Entweder wird im Kraftwerk fossiler Brennstoff eingesetzt, wenn die Sonne gerade nicht scheint, oder die eingesammelte Wärmeenergie wird zwischengespeichert und erst bei Bedarf zur Stromerzeugung eingesetzt. Um die Sonnenwärme bei ausreichend hohen Temperaturen, die für eine effiziente Stromerzeugung benötigt werden (>300°C), zur Verfügung stellen zu können, werden konzentrierende Kollektoren verwendet.“

Die Technik hat nach längerer Pause seit 2007 einen kommerziellen Durchbruch erreicht. Zurzeit werden weltweit schon mehrere GW (Gigawatt) in Solarkraftwerken erzeugt, zahlreiche weitere Kraftwerke sind im Bau. Der Vortrag berichtet über den Stand der Entwicklungen, die Marktperspektiven und erläutert, was das Ganze mit DESERTEC zu tun hat. DESERTEC ist ein Konzept zur Erzeugung von Ökostrom durch Sonnenwärmekraftwerke, Windkraftanlagen oder Photovoltaik in Wüsten und zur Übertragung zu den weiter entfernten Verbrauchszentren.

Veranstalter der Vorlesungsreihe ist der TU-Forschungsschwerpunkt „Klimaschonende Energie- und Umwelttechnik“.

Interessierte Bürger sind herzlich eingeladen


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