Geht’s noch tiefer? TUHH-Studierende nutzen noch zu wenig ihre demokratischen Rechte

04.05.2012

Ina Parusel, Studentin der Allgemeinen Ingenieurwissenschaften, sowie Ingo Labbus, hochschulpolitischer Referent des AStA, proben schon einmal das „Wählen.“
Ina Parusel, Studentin der Allgemeinen Ingenieurwissenschaften, sowie Ingo Labbus, hochschulpolitischer Referent des AStA, proben schon einmal das „Wählen.“
Foto: TUHH

Nicht einmal eine/r von sechs Studierenden hat im vergangenen Mai den Weg zur Wahlurne geschafft. Zur Wahl standen die Vertreter der studentischen Gremien. Jetzt ist es wieder soweit – am 7. und 8. Mai werden sowohl die Fachschaftsräte als auch die Mitglieder des Studierendenparlaments gewählt –ausschließlich am 8. Mai die Vertreter des akademischen Senats. Gewählt wird zwischen 9:30 und 15 Uhr im Foyer des Audimax II. Mehr als je zuvor haben die Gremien versucht, die Studierenden für diese Wahl zu mobilisieren. Allister Loder, Mitglied des Fachschaftsrates Maschinenbau, sprach mit Dominik Pöltl, AStA-Vorsitzender und Mitglied des Wahlausschusses.

Dominik, woran liegt es, dass das Desinteresse an der Gremienarbeit scheinbar immer größer wird? Ist der TU-Student per se unpolitisch?

Per se sind die Studierenden nicht unpolitisch. Dagegen spricht das Engagement, das ich im vergangenen Jahr in vielen Belangen von Kommilitonen und Kommilitoninnen erleben durfte.
Ich denke aber, dass den Studierenden der TU die Gestaltungsmöglichkeiten in den Gremien nicht bewusst sind. Außerdem wird die Arbeit in den Gremien in keiner Form anerkannt. Andere Universitäten, die Gremienarbeit mit ECTS-Punkten vergüten, gehen da mit gutem Beispiel voran.

Wird das studentische Engagement auf dem Campus vielleicht nicht richtig wahrgenommen?

Viele Dienstleistungen der Gremien werden nicht gesehen, wenn sie gut funktionieren. Auf der einen Seite gibt es zwar Öffentliches wie beispielsweise Grillfeste, Lernwochenenden, den ScienceSlam oder dieses Jahr die Bundesfachschaftentagung Elektrotechnik. Andererseits gestalten Gremienmitglieder das hochschulpolitische Leben aktiv mit – zum Beispiel im akademischen Senat, den Studiendekanatsausschüssen oder im Studierendenparlament. Diese wichtige Seite wird jedoch kaum wahrgenommen.

Es soll nicht nur ein mangelndes Interesse an der Gremienarbeit an sich, sondern auch ein Desinteresse am Engagement in den Gremien geben?

Das stimmt. Dabei kann man durch sein Engagement nicht nur einen Beitrag zur Hochschulentwicklung leisten, sondern auch zur persönlichen Entwicklung: man definiert Ziele und erhält in Gesprächen mit Professoren, Verwaltungspersonal und Studierenden häufig einen neuen, facettenreichen Blick über das Studium. Viele Möglichkeiten zum Engagement sind projektbezogen und somit zeitlich befristet: vom Projektbeauftragten im AStA bis zum Wahlausschussmitglied kann man so den Umfang seines Engagements sehr genau bestimmen.

Welche Aufgaben nimmt beispielsweise der Wahlausschuss wahr?

Der Wahlausschuss organisiert die gesamte Wahl. Dies geht von der Erstellung der Wahlunterlagen und der Stimmzettel über die Koordination der Wahlwerbung bis hin zum Auszählen der Stimmzettel und das Feststellen des Ergebnisses.

Letzte Frage: Wie betrachtest Du in der Retrospektive Deine Zusammenarbeit mit den Gremien, welche persönlichen Vorteile haben sich für Dich ergeben?

Für mich hat die Arbeit in und mit den Gremien - sei es nun AStA oder StuPa oder FSR - einen großen Vorteil: Man lernt vieles, was man später im Beruf braucht, beispielsweise Teamkompetenz und Projektmanagement. Das Besondere ist aber, mit Kommilitonen und Kommilitoninnen in einem ganz anderen Zusammenhang zu arbeiten. Das schafft eine lockere und zugleich sehr motivierende Atmosphäre und zeichnet die Arbeit in den Gremien aus.


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