Fünf Jahre KINDERFORSCHER an der Hamburger TU

Grundschüler experimentieren im Audimax

18.01.2012

Harburgs neuer Bezirksamtsleiter Thomas Völsch und Professor Andreas Liese sowie Gesine Liese.
Harburgs neuer Bezirksamtsleiter Thomas Völsch und Professor Andreas Liese sowie Gesine Liese.
Foto: TUHH/D. Hagenguth

Nachwuchsförderung wird an der TU Hamburg-Harburg (TUHH) groß geschrieben. Von klein auf sich den Fragen des Lebens durch Experimente zu nähern, ist ganz offensichtlich ein erfolgreicher Weg, ingenieurwissenschaftlichen Nachwuchs zu generieren. Auf jeden Fall zählt das Projekt KINDERFORSCHER AN DER TUHH nicht nur landes-, sondern auch bundesweit zu den Erfolgsstorys auf diesem Gebiet. Am 18. Januar jährte sich dieses Projekt zum fünften Mal mit der klassischen Abschlussveranstaltung.

500 Kinder, Lehrer und Eltern verfolgten die Show im Audimax I, bei der Grundschüler über ihre Experimente im Klassenzimmer sowie in Laboren der TUHH berichteten und ihre Ergebnisse präsentierten. Als Ehrengast begrüßte TUHH-Vizepräsident Prof. Dr.-Ing. Dieter Krause den neuen Bezirksamtsleiter von Hamburg-Harburg, Thomas Völsch. Unter den Gästen war auch Lea Potafke:Die ehemalige Schülerin der Grundschule In der Alten Forst hatte als Drittklässlerin im allerersten KINDERFORSCHER AN DER TUHH-Pilot-Projekt teilgenommen, zwei Jahre später als Fünftklässlerin des Heisenberg- Gymnasium den Kinderforscher-Kursus für weiterführende Schulen besucht und vor Kurzem als Achtklässlerin einen begeisterten Artikel in der Schülerzeitung über das außerordentliche und meist ehrenamtliche Engagement im Projekt KINDERFORSCHER AN DER TUHH geschrieben.

Die KINDERFORSCHER AN DER TUHH sind eine Erfolgsstory, die ihresgleichen sucht. 2007 von Professor Andreas Liese und Gesine Liese gegründet, startete das Projekt in Kooperation mit der Schulbehörde mit zunächst 125 Schüler und Schülerinnen. Fünf Jahre später 2012 nahmen jährlich bereits 600 SchülerInnen aus 30 Schulen am dreimonatigen Kursus nach dem regulären Unterricht teil. Insgesamt sind mehr als 1200 Schülerinnen und Schüler von Grundschulen und weiterführenden Schulen der Metropolregion Hamburg in den zurückliegenden fünf Jahren in den Genuss dieser Förderung des naturwissenschaftlich-technischen Unterrichts gekommen. Die Nachfrage ist weitaus größer. „Für den Ausbau fehlt uns Personal und Geld“, sagt Gesine Liese, die für ihr außerordentliches Engagement mehrfach ausgezeichnet wurde: 2008 erhielt die gebürtige Deutsche mit amerikanischem Pass den Usable-Preis der Körber-Stiftung und 2011 eine Ehrung durch die Robert Bosch-Stiftung.

Kräfte am Brückenpfeiler messen: Mustafa (19), Karen (9), Dyar (9), Schule Kerschensteinerstraße
Kräfte am Brückenpfeiler messen: Mustafa (19), Karen (9), Dyar (9), Schule Kerschensteinerstraße Foto: TUHH/D. Hagenguth

Die heutige Abschlussveranstaltung ist fester Bestandteil der dreimonatigen Experimentierkurse, die jeweils im Herbst und Winter abwechselnd an Schulen sowie in der TUHH durchgeführt werden. Unterstützt von der Beratungsstelle besondere Begabungen im Lehrerinstitut Hamburg beteiligten sich im zurückliegenden Jahr am Kursus „Experimentieren & Forscher“ 110 Schüler und zehn Lehrer aus folgenden fünf Hamburger Grundschulen: Edwin-Scharff-Ring, Auf der Uhlenhorst, Joseph-Carlebach, An der Gartenstadt, In der Alten Forst. Außerdem heute dabei sind die Schulen Weusthoffstraße, Scheeßeler Kehre, Am Falkenberg und Kerschensteinerstraße. Sie hatten in den zurückliegenden Jahren einen Kinderforscher-Kursus durchgeführt und setzen seitdem das Experimentieren als Unterrichtsmethode nachhaltig fort. Zu diesem Zweck können Schulen so genannte Experimentierkisten mit Anleitungen und entsprechendem Material für naturwissenschaftliche Experimente ausleihen .

Um 17 Uhr begann bereits der erste Teil der Abschlussveranstaltung, wenn die Gäste eingeladen sind, im Foyer und in den umliegenden Seminarräumen des Audimax I selbst Experimente durchzuführen oder sich diese zeigen zu lassen: Computerteile werden geöffnet, klare Flüssigkeiten analysiert, Sonnenblumenkerne zu Öl gepresst und Hubschrauber modelliert. Die Themenvielfalt entspricht der Bandbreite der Forschungsthemen an der TUHH.

„Es geht darum, die breite Öffentlichkeit von der Alltagsbeobachtung über das Experiment bis zur Forschung heranzuführen“, sagt Gesine Liese. ,Die Mathematik-und Chemielehrerin leitet und organisiert seitdem gemeinsam mit der Verfahrenstechnikingenieurin Julia Husung die KINDERFORSCHER AN DER TUHH, die nördlich und südlich der Elbe Schüler in wachsender Zahl durch das Experimentieren im Klassenzimmer für die Natur-und Ingenieurwissenschaften begeistert. Nicht zuletzt möchten die Lieses mit ihrem TUHH-Projekt Kinder in der Schule bereits auf den Beruf des Forschers aufmerksam machen und sie durch das entdeckende Lernen für die Forschung begeistern. So lernen schon Grundschüler die Vorgehensweise der Forscher: recherchieren, experimentieren, präsentieren.

Drei Typen von Kursen werden zurzeit in den Grundschulen und weiterführenden Schulen der Metropolregion angeboten: „Experimentieren & Forscher“ ist für die Klassen drei bis vier an jeweils fünf Hamburger Grundschulen mit zahlreichen TUHH-Exkursionen. „Experimentieren pur“ wendet sich an die Klassen drei bis sechs mit zwei TUHH-Exkursionen und wird oft vormittags im Wahlpflichtunterricht angeboten. „Lernen durch Lehren“ zielt auf die Klassen fünf bis neun der weiterführenden Schulen. Mentoren sind Schüler höherer Klassen. Ziel aller Angebote ist die Förderung technisch-naturwissenschaftlich interessierter Kinder durch die Methode des entdeckenden Lernens. Die Kinderforscher schaffen im direkten und übertragenen Sinn Räume, damit Kinder in unserer automatisierten und digitalisierten Welt ihren Forschergeist entdecken können. Zudem soll das Interesse der Schüler für den Beruf des Forschers geweckt werden.

In den im folgenden genannten Instituten sind die Kinderforscher einmal im Jahr jeweils für einen Nachmittag herzlich willkommen: Institut für Fluiddynamik und Schiffstheorie, Abwasserwirtschaft und Gewässerschutz, Optische und Elektronische Materialien, Bioprozess- und Biosystemtechnik, Entwerfen von Schiffen und Schiffsicherheit, Nachrichtentechnik, Hochfrequenztechnik, Feststoffverfahrenstechnik und Partikeltechnologie, Thermische Verfahrenstechnik, Technische Biokatalyse, Produktentwicklung und Konstruktionstechnik, Mikrosystemtechnik, Massivbau, Modellierung und Berechnung sowie im DLR_ School_Lab und in der Bibliothek. „Sie machen alle seit fünf Jahren eine tolle Arbeit“, sagt Projektleiterin Gesine Liese, „dafür möchten wir uns im Namen aller herzlich bedanken.“

Für Fragen der Medien:

TU Hamburg-Harburg
Institut für Technische Biokatalyse
Prof.Dr.AndreasLiese
Tel.:040/42878-3018
E-Mail:Liese@tuhh.de

Kinderforscher an der TUHH
Gesine Liese
Tel.:040/42878-4082
E-Mail:gesine.liese@Kinderforscher.de


TUHH - Public Relations Office

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