Wirbelschichttechnik im Fokus akademischer Weiterbildung an der TUHH

10.11.2011

Teilnehmer des Seminars
Teilnehmer des Seminars
Foto: TUHH/Jupitz

Ob Pharmazeutika oder Lebensmittel, Energieträger oder Pflanzenschutzmittel -- die Technik der Wirbelschicht hält zunehmend Einzug in Produktionsverfahren und stand 7. bis 9. November im Mittelpunkt eines akademischen Weiterbildungsangebots der TUHH. Zum dreitägigen Seminar unter Leitung von Professor Stefan Heinrich mit Referenten von der TUHH, der Otto von Guericke Universität Magdeburg und der TU München sowie der Industrie waren mehr als 30 Ingenieure, Pharmazeuten, Chemiker und Lebensmitteltechnologen gekommen. Auf Einladung der Forschungs-Gesellschaft Verfahrens-Technik e.V. tauschten sich die Experten an der TUHH sowohl über die Grundlagen als auch aktuelle Anwendungen in Trocknung, Granulation und Agglomeration der Wirbelschichttechnik aus.

Beim Wirbelschichtverfahren werden feste Stoffe durch Zustrom heißer Gase aufgewirbelt und erhitzt. Dadurch verändern die ursprünglichen Feststoffe ihre Eigenschaften und entwickeln Eigenschaften wie sie typisch für Flüssigkeiten sind. Damit werden diese flexibler in ihrer Handhabung und vielseitiger in der Verwendung. Der Feuchtigkeitsgehalt, die Porengröße und die Löslichkeit wie auch die Zusammensetzung eines Stoffes sowie dessen Funktionalität können mit der Wirbelschicht-Technik beeinflusst werden.

Die Wirbelschichttechnik wird aufgrund ihrer intensiven Wärme-, Stoff- und Impulstransportverhältnisse und verfahrenstechnisch bedingten Vorteile, vor allem wegen der Möglichkeit der Kopplung von Trocknung, Formgebung beziehungsweise Feststofferzeugung, Homogenisierung sowie Klassierung in zunehmendem Maße als Verfahren genutzt. Klassische Einsatzgebiete der Wirbelschichttechnik sind die Energietechnik sowie die Lebensmittel- und Pharmaindustrie. Auch die Herstellung von Wasch- und Reinigungsmitteln in Form von Granulaten beruht auf diesem Verfahren. Weiterhin finden die mit der Wirbelschichttechnik erzeugten Partikel in der Produktion biologisch aktiver Pflanzenschutzmittel sowie als Katalysatoren für die biologische Erzeugung von Kunststoffen in der chemischen Industrie Verwendung.

Für eine Vielzahl dieser Feststoffprodukte ist die Überführung vom flüssigen in den festen Zustand der letzte Produktionsschritt. Dabei spielen die Staubfreiheit, Fließfähigkeit und Partikelgrößenverteilung zunehmend eine wichtige Rolle.

Im Kursus an der TUHH wurde auf die Grundlagen und die Auslegung unterschiedlicher Wirbelschichtprozesse zur Wärmeübertragung, Trocknung, Granulation und Agglomeration von Partikeln eingegangen und praktische Hinweise sowie Beispiele für Berechnungen gegeben. Schwerpunkte bildeten die Strömungsmechanik, die Vermischung, der Wärme- und Stoffübergang und die Partikelbildungsmechanismen. Auch aktuelle Anwendungen und neue Messmethoden wurden vorgestellt.


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