Nachhaltiges Management kontaminierten Baggerguts

Europäischer Workshop an der TU Hamburg am 12. und 13. Oktober 2011

12.10.2011

PD Dr. Wolfgang Ahlf
PD Dr. Wolfgang Ahlf
Foto: TUHH/Institut für Umwelttechnik und Energiewirtschaft

Die TU Hamburg ist Gastgeber eines internationalen Workshops zum nachhaltigen Umgang von belastetem Baggergut, das besonders für Häfen und Küstenstädte ein aufwändiges Problem darstellt. Zu der zweitägigen Veranstaltung auf dem Campus werden am 12. und 13. Oktober mehr als 40 Teilnehmer aus Wissenschaft, Hafenwirtschaft und Umweltbehörden erwartet. Im Zentrum des europäischen Austausches steht ein im Institut für Umwelttechnik und Energiewirtschaft der TU Hamburg-Harburg erarbeiteter Richtlinienentwurf zu dieser Problematik.

Die unterschiedlichen Interessen und Erfahrungen der beteiligten Institutionen werden zum Auftakt der Veranstaltung durch Gastredner thematisiert. Erik Westin vom schwedischen Umwelt-ministerium wird zur Rolle der EU in Raumplanung und Naturschutz des baltischen Raumes sprechen. Axel Netzband von der Hamburg Port Authority sowie Gert Noorgard von der Baltic Port Organization werden die Sichtweisen der Hafenbehörden erläutern. Bo Svedberg von der Technischen Universität Luleå wird in seinem Vortrag auf Probleme der Implementierung von Richtlinien in die Praxis eingehen und Privatdozent Dr. Wolfgang Ahlf vom Institut für Umwelttechnik und Energiewirtschaft spricht über Konzepte der Risikobewertung unter Berücksichtigung der Nachhaltigkeit.

Die Wasserstraßen waren schon immer bedeutende Verkehrswege für Handel und Wirtschaft. Um aber die Schiffbarkeit der Wasserwege zu gewährleisten ist es erforderlich, Sedimentablagerungen aus Flüssen, Kanälen und Häfen beständig zu baggern. Die Gesamtmenge dieses Baggergutes beträgt in Deutschland etwa 40 Millionen Kubikmeter pro Jahr, wobei der überwiegende Teil in den Küsten-bereichen anfällt. Diese Menge muss umweltgerecht und kostenbewusst durch Baggergut-Management untergebracht werden.

Gerade das an den Küsten der Ostsee in großen Mengen anfallende Baggergut ist zum Teil erheblich schadstoffbelastet. Die Risikobewertung und das Management derart kontaminierter Sedimente im Vorfeld von Baggerungen sind von der EU als eine förderungswürdige Aufgabe erkannt worden und wird im Rahmen des Programms „Baltic Sea Region“ finanziert. Über die Ziele dieses Projekt „Sustainable Management of Contaminated Sediment (SMOCS)“ wird Dr. Göran Holm vom Schwedischen Geotechnischen Institut im Workshop sprechen. Kernaufgaben werden die Vorbereitung einer Guideline zum Umgang mit marinem Baggergut und die Entwicklung eines computer-gestützten Entscheidungshilfesystems für die Praxis sein.

Für Rückfragen:
TU Hamburg-Harburg
Institut für Umwelttechnik und Energiewirtschaft
Privatdozent Dr. Wolfgang Ahlf

See also: www.smocs.eu


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