Unter Strom: Jana Weinberg vergleicht Elektromobilität mit anderen alternativen Antrieben

15.07.2011

Jana Weinberg bei der Absolventenfeier
Jana Weinberg bei der Absolventenfeier
Foto: TUHH

Sobald Jana Weinberg ein Ziel vor Augen hat, scheint sie über die nötige Energie zu verfügen. Dies gilt für Ihre Forschung an der TU Hamburg-Harburg wie auch ihr sportliches Engagement. Die 25-jährige Nachwuchswissenschaftlerin am Institut für Umwelttechnik und Energiewirtschaft promoviert seit vergangenem Dezember über Elektromobilität und alternativen Antriebe. Beim Sport, sagt sie, hat sie die besten Ideen. Jana Weinberg ist Marathonläuferin und kürzlich Hamburger Meisterin im Kickboxen in der Disziplin Semikontakt geworden. Klingt ambitioniert. Ist es wohl auch. Denn ein Pensum wie dieses ist vermutlich nur mit einem starkem Willen und viel Energie zu bewältigen.

Die gebürtige Cuxhavenerin gehört zu den mehr als 300 Absolventen, die zwischen Oktober 2010 und Februar 2011 an Hamburgs Technischer Universität ihren akademischen Abschluss machten. Statt in die Industrie, wie viele ihrer Kommilitonen, ging Jana Weinberg in die Forschung. „An der TU in Hamburg passiert auf dem Gebiet der regenerativen Energien eine ganze Menge, und das ist für mich eine einmalige Chance, einen Beitrag zur Entwicklung alternativer Kraftstoffe zu leisten“, sagte sie.

Für ihre Doktorarbeit bei Professor Martin Kaltschmitt vergleicht die 25-jährige diplomierte Ingenieurin Antriebe mit Elektromotoren und andere Alternativen zu herkömmlichen PKW. Dazu zählen Fahrzeuge, die mit Biokraftstoffen betrieben werden. Weinbergs Fokus liegt auf der Elektromobilität: Autos, die mit Wasserstoff oder mit einer Batterie als Energiespeicher betrieben werden. In ihre Analyse bezieht sie Faktoren wie die entstehenden Kosten und die ökologischen Auswirkungen, hier vor allem die Treibhausgase, mit ein. Sie betrachtet die gesamte Energiebereitstellungskette, vom landwirtschaftlichen Anbau der Biomasse über den Transport vom Erzeuger zum Konsumenten bis hin zur Emission des Fahrzeugs. Zudem ermittelt sie begrenzende Faktoren, die sich aus der Tatsache ergeben, dass landwirtschaftliche Flächen – für den Anbau von Biomasse zur Kraftstofferzeugung – nur begrenzt zur Verfügung stehen ebenso wie der Vorrat an Lithium für den Bau von Batterien. Ziel ihrer Arbeit im TUHH-Forschungsschwerpunkt „Klimaschonenden Energie- und Umwelttechnik“ ist es, den Einsatz alternativer Antriebssysteme umfassend zu bewerten, um Handlungsempfehlungen für deren Einsatz ableiten zu können.

Jana Weinberg ist überzeugt, dass es nicht allein von der fortschreitenden Entwicklung der Technologien abhängen wird, wie gut sich Autos mit Elektromotoren durchsetzen: „Es wird spannend sein zu sehen, welche Programme und Förderungen es geben wird.“ Darüber hinaus wird es auch von Bedeutung sein, wie teuer Strom zukünftig im Vergleich zu Benzin sein wird. “Diese Kosten sind ein wichtiges Steuerelement, da sie sich durch Kraftstoff-Besteuerung ändern lassen und damit das Verhalten von Nutzern beeinflussen können“, sagt sie.

Genau diese tatsächlichen Kosten, die die reine Erzeugung von Kraftstoffen beziehungsweise Strom betreffen, sind ein Gegenstand der Betrachtung in Jana Weinbergs Forschungsprojekt. Welches Antriebssystem sich wann lohnt, wird sie am Ende feststellen können. Bei Elektroautos sind vor allem zwei Faktoren derzeit noch kritisch: zum einen die Batterien, die sehr teuer sind, und zum anderen die geringe Reichweite. „ Aber auch da passiert im Moment besonders viel“, sagt die Ingenieurin. „Alle paar Monate gibt es bessere Werte, und wenn die Fahrzeuge einmal in Serie gehen, dann kann man die Batterien auch in größeren Stückzahlen herstellen und umso günstiger produzieren.“ Den Einsatz von Biokraftstoffen sieht sie in Zukunft eher für längere Strecken oder den Güterverkehr.

Für Rückfragen:

TU Hamburg-Harburg
Institut für Umwelttechnik und Energiewirtschaft
Prof. Dr.-Ing. Martin Kaltschmitt

Tel: 040 42878 3008
E-Mail: kaltschmitt@tu-harburg.de


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