Nordmetallpreis-Verleihung an der TU Hamburg-Harburg

10.11.2010

vlnr.: Wolfgang Würst, Bryce T. Bradford, Florian Kluwe, Edwin Kreuzer
vlnr.: Wolfgang Würst, Bryce T. Bradford, Florian Kluwe, Edwin Kreuzer
Foto: TUHH/Jupitz

Bryce Bradford und Dr. Florian Kluwe von der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TUHH) haben am 9. November den Preis der Metall- und Elektroindustrie 2010 erhalten. Bryce Bradford hat in seiner Masterarbeit ein Monitoringsystem entwickelt, um die hohen gesundheitlichen Risiken, die von Aneurysmen ausgehen, zu reduzieren. Dr. Florian Kluwe beschäftigte sich in seiner Doktorarbeit mit der Kentersicherheit von Schiffen.

Die mit insgesamt 6000 Euro dotierte Auszeichnung der NORDMETALL-Stiftung wurde zum 23. Mal für herausragende Leistungen an Studierende und Nachwuchswissenschaftler der TUHH verliehen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung im Hörsaal 0506, Denickestraße 17, stand ein Festvortrag von Dr.-Ing. Karl-Andreas Feldhahn, Geschäftsführer Innovation und Technologien der Firma Weinmann Geräte für Medizin GmbH & Co. KG in Hamburg. TUHH-Präsident Professor Edwin Kreuzer sowie der Vorstandsvorsitzende der Nordmetall-Stiftung Wolfgang Würst hatten zuvor die Gäste begrüßt. Laudatoren waren die Professoren Wolfgang Krautschneider vom Institut für Nanoelektronik und Stefan Krüger vom Institut für das Entwerfen von Schiffen und Schiffssicherheit.

Bryce Bradford hat in seiner Masterarbeit ein Monitoringsystem entwickelt, um die hohen gesundheitlichen Risiken, die von Aneurysmen (Blutsack an der Aorta) ausgehen, zu reduzieren. Um das Reißen der Aorta zu vermeiden, werden den Patienten Stents gesetzt, die sich jedoch über die Jahre ablösen können und ihre Wirkung verlieren. Bryce Bradford entwickelte winzige Druckaufnehmer, deren Messungen per Funksignal abgerufen werden können. Auf diesem Weg kann der Zustand von eingesetzten Stents ermittelt werden. Die funktionsfähigen Sensoren werden jetzt an der Uni-Klinik in Eppendorf erprobt.

Dr. Florian Kluwe beschäftigte sich in seiner Doktorarbeit mit der Kentersicherheit von Schiffen. Er hat neuartige Stabilitätskriterien entwickelt, die die dynamischen Bedingungen der Meereswellen berücksichtigen. Die gesetzlichen Vorschriften stammen aus den 30er Jahren und entsprechen nicht mehr den Anforderungen, die für neuartige Container- und RoRo-Schiffe gelten sollten. Als Doktorand hat Kluwe die Bedingungen realer Kenterunfälle analysiert und mit komplizierten Simulationsverfahren berechnet. Entsprechende Tests im Wellenkanal brachten eine Reihe zugelassener Schiffe zum Kentern. Durch Anwendung seiner neuen Berechnungsverfahren lassen sich solche Kenterunfälle zukünftig vermeiden. Die Forschungsergebnisse können dem Deutschen Schiffbau zusätzliche Vorteile auf dem Weltmarkt verschaffen.

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