NORDMETALL-Stiftung verleiht Preis der Metall- und Elektroindustrie 2009

Die Lösung des Spaghetti-Problems

03.12.2009

vlnr: Edwin Kreuzer, Tim Schweisfurth,Andreas Bockstedte, Wolfgang Würst und Cornelius Herstatt
vlnr: Edwin Kreuzer, Tim Schweisfurth, Andreas Bockstedte, Wolfgang Würst und Cornelius Herstatt
Foto: TUHH/Jupitz

Die NORDMETALL-Stiftung zeichnet am Freitag, 4. Dezember, zwei Absolventen der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TUHH) mit dem Preis der Metall- und Elektroindustrie 2009 aus. Er ist mit 6.000 Euro dotiert und wird zum 22. Mal verliehen. Die Preisträger 2009 sind die beiden Nachwuchswissenschaftler Andreas Bockstedte und Tim Schweisfurth, die sich das Preisgeld teilen.

Dr.-Ing. Andreas Bockstedte wird für seine Dissertation geehrt (Titel: "Dynamik schwebender Krane und Schwingungsreduktion durch Hubmodulation mit servo-parametrischer Regelung"). Der Ingenieur erforschte während seiner wissenschaftlichen Tätigkeit am Institut für Mechanik und Meerestechnik das Schwingungsverhalten schwebender Krane an Zeppelinen. Beim Aufbau von Windkraftanlagen und dem Transport von Containern kommen immer größere Krane zum Einsatz. Bei großen Hubhöhen kommen die zu hebenden Lasten häufig stark ins Pendeln. Beim Heben der Last kommt es dann zu starken Schwingungen, die als "Spaghetti"-Problem bezeichnet werden. Bei Seenot-Rettungsaktionen mit Hubschraubern werden solche Pendelbewegungen mitunter so intensiv, dass Leib und Leben gefährdet sind. Dieses Phänomen wurde von Andreas Bockstedte theoretisch untersucht und er hat Konzepte zur Schwingungsreduktion entwickelt. Anhand von Experimenten hat er nachgewiesen, dass die Schwingungen durch den von ihm konzipierten Regler deutlich reduziert werden können.

Tim Schweisfurth erhält die Auszeichnung für seine Diplomarbeit (Titel: "Produkt- und Prozessinnovation über Technologietransfer in analoge Anwendungsgebiete" am Institut für Technologie-und Innovationsmanagement. Dabei geht es um neue Anwendungsgebiete und Märkte für eine bewährte Technik: die Plasma-Technologie. Mit dieser werden Oberflächen von Kunststoff-Folien für spezielle Anwendungen behandelt. In seiner Fallstudie hat der 26-jährige Wirtschaftsingenieur erfolgreich neue Methoden entwickelt, die dazu beitragen, neue Produktreihen erfolgreich am Markt zu platzieren.

"Gerade in der aktuellen Wirtschaftslage müssen wir die Forschung und Entwicklung forcieren", begründet Wolfgang Würst, Vorsitzender der NORDMETALL-Stiftung, das Engagement: "Wenn der nächste Aufschwung kommt, müssen wir neue Produkte bereit halten. Dann halten unsere Unternehmen auch ihre Spitzenstellung. Neue Forschungsergebnisse, die zu neuen Produkten führen, sind gerade jetzt der Schlüssel zu neuen Erfolgen", so Würst.

Den Preis der Metall- und Elektroindustrie hat ursprünglich der Arbeitgeberverband NORDMETALL 1986 mit dem Ziel gestiftet, wissenschaftlich hervorragende und besonders praxisnahe Arbeiten von TUHH-Absolventen auszuzeichnen.

"Die Technische Universität Hamburg-Harburg pflegt schon immer gute Kontakte zu den Wirtschafts- und Industrieverbänden sowie Vereinen in der Region. Wissenschaft und Wirtschaft brauchen einander mehr denn je. Hochwertige universitäre Forschung ist eine Voraussetzung für eine gute Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft. Der Preis der NORDMETALL-Stiftung ist ein sichtbares Zeichen für diese intensive Kooperation", betonte der Präsident der TUHH, Prof. Dr.-Ing. Edwin Kreuzer.

Den Festvortrag im Rahmen der feierlichen Preisverleihung hält Dr. Herbert Fehrecke, Vorstand der Drägerwerk AG & Co. KGaG, Lübeck mit dem Thema "Von der Erfindung zur Innovation". Die Laudationes auf die Preisträger sprechen Prof. Dr.-Ing. Edwin Kreuzer und Prof. Dr. oec. Publ. Cornelius Herstatt von der TUHH.

Die NORDMETALL-Stiftung wurde 2004 vom Arbeitgeberverband NORDMETALL mit seinen mittlerweile 255 Mitgliedsunternehmen der Metall- und Elektroindustrie gegründet. Sie fördert in den Bereichen Bildung, Wissenschaft, Forschung, Kultur und Soziales. Unterstützt werden Projekte, die langfristig wirken und dauerhaft die norddeutsche Region stärken. Weitere Informationen unter http://www.nordmetall-stiftung.de/.

Kontakt:

Peter Haas
Pressesprecher NORDMETALL-Stiftung
Tel.: 040 / 63 78-4231
Fax: 040 / 63 78-4234
Mail: haas@nordmetall.de


TUHH - Public Relations Office

Fax: +49 40 428 78 2366